Aufgrund des Engagements seitens der öffentlichen Hand bei der Neugründung des Tiroler Traditionsvereins im Jahre 2002 - nach dem Konkurs des FC Tirol - und durch den Neubau des Tivolistadion gehe ich berechtigt davon aus, dass es politischer Wunsch und zugleich Auftrag ist, einen Profifußballklub in der höchsten österreichischen Spielklasse zu etablieren, so wie es von den Politikern bei der Neugründung versprochen wurde.
Das Argument der Politik, dass der FC Wacker Innsbruck nicht mehr unterstützt werden kann, da er ohnehin schon so viele Steuergelder verschlingt, wie es von politischer Seite immer wieder der Öffentlichkeit zu verschiedenen Anlässen suggeriert wird, trifft in keinerlei Hinsicht zu.
Vielmehr trifft zu, dass der FC Wacker durch die Politik und die quasi-/pseudo-politischen Strukturen in der Olympiaworld daran gehindert wird, jene Wertschöpfung zu leisten, die er für die Gesellschaft leisten könnte. Die Zahlung von unterschiedlichen Steuergeldern ist dabei nur ein, vielleicht sogar der geringste Nutzen. Nebenbei schafft er Arbeitsplätze, bietet der talentierten Jugend ein Sprungbrett in den Profifußball, stiftet als Verein soziologisch betrachtet ein kollektives Identitätsgefühl, hat als Profibetrieb eine positive Wirkung auf den Breitensport, fördert Tirols Bekanntheitsgrad, machte letztlich die Euro in Innsbruck für den Tourismus erst möglich (ohne Profiverein kein Stadion, ohne Stadion keine Euro 08), und ist nicht zuletzt auch ein Aushängeschild für das sportlich-gesellschaftliche Leben in Tirol. Die ordentliche Erfüllung dieser Funktionen muss auf einem wirtschaftlich seriösen Fundament basieren.
Der FC Wacker Innsbruck ist Arbeitgeber für ca. 40 Mitarbeiter/Innen die ausschließlich aus den Einnahmen ohne Steuergelder bezahlt werden.
Die verantwortlichen Vereinsfunktionäre, die im Gegensatz zu den Politikern das finanzielle Risiko tragen, sollten sich ein klares Statement der öffentlichen Hand erwarten dürfen. Wäre die Führung und Entwicklung des Vereins auch ein politisches Anliegen, so muss sich zum Einen die öffentliche Hand zum Profifußball in Tirol öffentlich bekennen und zum Zweiten dementsprechende Handlungen setzen. Auf dieser Basis hat die öffentliche Hand den FC Wacker Innsbruck als Partner auf gleicher Stufe und nicht als Bittsteller anzusehen.
Hier geht es nicht darum, ein paar Leute zufrieden zu stellen, sondern um eine gesamte Region, die erstklassigen Fußball erleben will und somit auf Umwegen vom Fußball profitieren kann.
In den nachfolgenden Tabellen habe ich versucht, die Kostenstruktur und den Geldverlauf des Vereins aufzugliedern. Dabei haben ich mich im Speziellen auf 5 Kostenstellen konzentriert:
Diese Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben zeigt deutlich auf, dass der Verein FC Wacker zwar seinen Auftrag als Wirtschaftsbetrieb wie als Sozialverein erfüllt, er dabei jedoch von der öffentlichen Hand nicht im dazu notwendigen Maße unterstützt wird.
Das einzige Interesse der öffentliche Hand für den Verein beschränkt sich insoweit, den Spielbetrieb im Stadion mit dem Subventionskarussell zwischen der Olympiaworld und dem Tivolistadion aufrecht zu erhalten.
Es muss deutlich gesagt werden, dass ein sinnvolles, zukunftsorientiertes und wirtschaftlich erfolgversprechendes Arbeiten des Vereins unter den derzeitigen Bedingungen und der Einstellung der Politik zum Profisport, nur in außerordentlich eingeschränktem Maße, und aufgrund der zunehmenden Leistungsdichte im Profifußball, sicherlich nicht auf längere Zeit möglich ist.
Nur wenn eine wirtschaftliche Perspektive gegeben werden kann, wird es möglich sein, langfristig seriöse und verantwortungsvolle Persönlichkeiten, außerhalb der Politikbeeinflussung, für den Verein zu gewinnen.
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