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Anfrage der Grünen
Rasenheizung
vom 18.10.2007
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gemeindesaalGemeinderatsprotokoll vom 22.11.2007
36.2 Fußball-Stadion "Tivoli-Neu", Inbetriebnahme der Rasenheizung, Kosten (Die Grünen)
Bgm.-Stellv. Mag. Dr. Platzgummer verliest die dringende Anfrage der Innsbrucker Grünen:

 
Einem Subventionsakt des Ausschusses für Finanzen und Subventionen vom Oktober 2007 ist zu entnehmen, dass die Kosten für die Rasenheizung im Sport und Freizeitpark "Tivoli-Neu" an die dieses Stadion nützenden Vereine weiter verrechnet werden. Im gegenständlichen Fall handelte es sich um ein Spiel der Swarco-Raiders, und wurden ihnen für den Betrieb der Rasenheizung vom 19. bis 25.3.2007 für ein Spiel € 3.130.-- verrechnet.

Hinter diesem Subventionsansuchen verbirgt sich ein offenbar extrem hoher Energieverbrauch für diese Rasenheizung.
Wie den Unterlagen des Ausschusses für Finanzen und Subventionen zu entnehmen ist, wurden im oben genannten Zeitraum für die Rasenheizung 68,05 MWh verbraucht.
Das ist mehr als die Spitzenleistung aller Kraftwerke der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) zusammen (58 MWh).

Die Frau Bürgermeisterin als Eigentümervertreterin wird daher ersucht, folgende dringende Anfrage zu beantworten:
Beantwortung durch Bgm.-Stellv. Mag. Dr. Platzgummer:

Frage 1: Wann wurde die Rasenheizung im Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" in Betrieb genommen?
Antwort: Im November 2000.

Frage 2: Wie viele Kilowattstunden wurden seither von dieser Rasenheizung verbraucht?
Antwort: Bis zum 20.11.2007 1.960 Megawattstunden.

Frage 3: Wie oft (wann) wurde sie für welchen Zweck für wie lange in Betrieb genommen und wie viele Kilowattstunden fielen dafür jeweils an? Ich ersuche um Aufschlüsselung seit Inbetriebnahme.
Antwort: Der Zweck der Rasenheizung liegt im Auftauen des Bodens für Bundesliga-Fußball und American Football. Bei Spielen auf gefrorenem Boden entstehen größere Schäden am Rasen, die höhere Instandhaltungskosten zur Folge haben. Die Betriebsdauer beträgt jedenfalls ein bis eineinhalb Tage und hängt von der Temperatur ab.

Die Rasenheizung wurde an folgenden Tagen in Betrieb genommen:
26.02.2001 bis 01.03.2001: Verbrauch nicht erfasst
12.11.2001 bis 01.12.2001: Verbrauch nicht erfasst
19.02.2002 bis 27.02.2002: Verbrauch nicht erfasst
17.03.2003 bis 18.03.2003:   15,78 Mwh (Megawattstunden)
07.04.2003 bis 09.04.2003:   30,15 Mwh
03.03.2004 bis 16.03.2004: 124,73 Mwh
23.03.2004 bis 26.03.2004:     4,60 Mwh
07.11.2004 bis 28.11.2004:   83,68 Mwh
10.02.2005 bis 18.03.2005: 419,06 Mwh
16.11.2005 bis 08.12.2005: 313,14 Mwh
14.02.2006 bis 19.03.2006: 422,13 Mwh
02.12.2006: 8,92 Mwh
15.02.2007 bis 26.02.2007: 103,06 Mwh
19.03.2007 bis 25.03.2007:   68,05 Mwh

Frage 4: Welches sind die Voraussetzungen für die Inbetriebnahme der Rasenheizung im Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu"?
Antwort: Der Betrieb ist natürlich veranstaltungs- und witterungsabhängig.

Frage 5: Warum wurde überhaupt eine solche Rasenheizung installiert, bzw. wäre ein Betrieb auch ohne diese möglich, bzw. welche Konsequenzen würde eine solche Stilllegung nach sich ziehen?
Antwort: Ein Betrieb der Fußball Bundesliga ist ohne Rasenheizung nur sehr schwer denkbar und hätte einiges an Konsequenzen:
- Hoher Aufwand für maschinelle Schneeräumung samt häufigen Beschädigungen des Rasens,
- Abtransport des Schnees per LKW samt der damit verbundenen Umweltbelastung,
- Häufige Spielabsagen in der FußballBundesliga.

Frage 6: Sollte eine Stilllegung unmöglich sein, gibt es Überlegungen, den exorbitanten Energieverbrauch dieser Rasenheizung zu senken? Gespräche zwischen Land Tirol und Stadt Innsbruck zur Kostenaufteilung, wie sie im Akt angeführt sind, beheben ja nicht die grundsätzliche Problematik.
Antwort: Ja, solche Gespräche gibt es.

Frage 7: Wenn ja, wie sehen diese aus?
Antwort: Laut dem Energiekonzept der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) für die Olympiaworld Innsbruck, sind geringfügige Verbesserungen möglich.
Konkrete Planungen liegen mir aber von der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) derzeit noch nicht vor.

Frage 8: Gibt es dabei auch Überlegungen, bzw. Möglichkeiten, die bei der Eiserzeugung, die ihrerseits enorme Energiemengen verbraucht (laut Geschäftsführer Alt-Bgm.-Stellv. Mag. Dr. Bielowski verbraucht der Außeneisring den Strom von 10.000 geöffneten Kühlschränken), entstehende Abwärme für die Beheizung des Rasens im Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" zu nützen?
Antwort: Es gibt Überlegungen, das hängt aber vom Energiekonzept der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) ab.

Frage 9: Gibt es für derartige Überlegungen bereits Kostenschätzungen, die den Investitionsbedarf samt jährlichen Energiekosteneinsparungen beziffern?
Antwort: Nein, gibt es derzeit nicht.

Frage 10: Gemäß eingangs erwähnter Ausschussvorlage betrugen die Rasenheizungskosten für das Spiel der Swarco-Raiders € 3.130.--. Setzt man diese in Relation zum Stromverbrauch von 68,05 MWh, so ergibt sich ein Strompreis für die Olympia-Sport und Veranstaltungszentrum Innsbruck GesmbH (OSVI) von 4,6 Cent/KWh brutto.
Antwort: Die Rasenheizung wird mit Gas betrieben und nicht mit Strom!

Frage 10.1: Ist diese Berechnung richtig?
Antwort: Ja.

Frage 10.2: Wie kommt es zu diesen äußerst guten, weit unter den sonst üblichen offiziellen Unternehmenstarifen liegenden Konditionen für die Olympia-Sport- und Veranstaltungszentrum Innsbruck GesmbH (OSVI)?
Antwort: Durch den guten Wirkungsgrad der Anlage und den in Relation günstigeren Gaspreis umgerechnet in Kilowattstunden.

Mag.a Schwarzl, Mair, Dr.in Krammer-Stark und Mag.a Pitscheider, alle e. h.