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Neugründung FC Wacker Tirol vom 20.06.2002
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Seite 786
16.8 I-OEF 62/2002
StR Mag. Dr. Bielowski: Ich stelle gemeinsam mit meinen Mitunterzeichnern folgenden dringenden Antrag:

"Der Gemeinderat möge beschließen:

1. Dem neu zu gründenden Verein 'FC Wacker Tirol' wird jede notwendige Unterstützung gewährt, um die zehn Jugendmannschaften aus dem 'Konkurs' des FC Tirol ihren Sport weiter zu ermöglichen.
2. Sollte der Vorstand des neuen Vereins, das Ziel des Wiederaufstiegs in die T-Mobile Bundesliga verfolgen, ist auch hier eine entsprechende Unterstützung zu gewähren.
Mag. Dr. Bielowski, Kaufmann, Lercher, alle e. h."
 

 
StR Mag. Dr. Bielowski (Für Innsbruck)
Die Situation beim FC Tirol ist ja allseits bekannt. Es hat sich auf Grund des Niederganges und der voraussichtlichen Konkurseröffnung, die bis heute nicht erfolgt ist, die Schwierigkeit ergeben, dass zirka 350 Jugendliche in Nachwuchsmannschaften de facto auf der Straße stehen. Von Seiten der Verantwortlichen wurde nämlich weder eine Nennung für die Meisterschaft des Tiroler Fußballverbandes abgegeben, noch irgend welche Maßnahmen gesetzt, um diesen Jugendlichen in der nächsten Saison ein Fußballspielen bzw. eine Teilnahme in den Ligen des Tiroler Fußballverbandes zu ermöglichen.
Aus dieser Situation heraus hat sich die Dringlichkeit ergeben, sofort zu reagieren. Ich bin sehr froh, dass ich ein Proponentenkomitee gefunden habe, dem sowohl der Herr Bürgermeister als auch Bgm.-Stellv. Zach, Landesrat Günther Platter und meine Wenigkeit angehören. Sie waren bereit, eine sofortige Vereinsgründung zu erwirken. Die Nichtuntersagung des Vereins ist bereits bei der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Tirol angemeldet. Nach Nichtuntersagung wird sofort eine entsprechende Generalversammlung abgehalten und ein Vorstand dieses Vereins gewählt werden, der dann die Geschäfte zu führen hat.
Mit dem Tiroler Fußballverband wurden die Gespräche so weit geführt, dass die Mitglieder der Nachwuchsmannschaft in den neuen Verein integriert werden können. Damit sollte auch gleichzeitig die Teilnahme an der Nachwuchsliga in der nächsten Saison - wenn es notwendig sein sollte - mit Ausnahmeregelungen gewährleistet sein. Ich glaube, dass diese Ausnahmesituation sofortiges Handeln erfordert und ich bin sehr froh, dass es auf einer breiten Basis gelungen ist, eine solche Übereinstimmung nicht nur in der Stadt Innsbruck, sondern auch im Land Tirol, zu finden. Es gibt sehr viele Persönlichkeiten, die bereit sind, diesen Weg mitzugehen.
Natürlich benötigt ein solcher Verein finanzielle Mittel, wie auch entsprechende Sportplätze usw., die gerade für Nachwuchsmannschaften zur Verfügung stehen müssen. Daher ist dem im ersten Punkt des Antrages angeführten neu zu gründenden Verein von Seiten der Stadt Innsbruck eine entsprechende Unterstützung zu gewähren.
Die weitere Vorgangsweise die sich dann ergibt, wird Aufgabe des Vereinsvorstandes sein. Der Vereinsvorstand wird auf Grund der Statuten des Vereins dann festzulegen haben, wie und in welche Richtung sich dieser Verein zu entwickeln hat. Sollte sich dort eine Mehrheit finden und die Generalversammlung oder der Vorstand des Vereins einen sofortigen Wiederaufstieg - in welcher Form auch immer - in die jetzt neu benannte T-Mobile Bundesliga beschließen, so glaube ich, dass es auch der Stadt Innsbruck und den städtischen Gremien gut ansteht, dieses Vorhaben in geeigneter Form zu unterstützen. Eine Unterstützung kann nicht nur immer darin bestehen - was permanent unterstellt wird -, dass man öffentliche Mittel dazu verwendet, um den Profisport zu unterstützen.
Sowohl der Herr Bürgermeister wie Landesrat Platter, Landeshauptmann-Stellvertreter Eberle, Landeshauptmann Dr. Wendelin Weingartner als auch meine Person, haben bei allen Aussagen immer wieder erklärt, dass öffentliche Subventionierungen für den Profisport im Land Tirol sicherlich nicht erfolgen können und es nicht der geeignete Weg ist, um das Ziel des Spitzensportes in Tirol zu erreichen.

Auf der anderen Seite muss ich feststellen, dass gerade der Breitensport ohne einen Spitzensport überhaupt nicht möglich ist. Gerade die Jugendlichen und der Nachwuchs benötigen eine entsprechende Vorbildwirkung. Wenn man gesehen hat, welche Emotionalität sich in den letzten Tagen in diesem Bereich abgespielt hat und mit welcher breiten Zustimmung nicht nur die Tiroler, sondern auch die Innsbrucker Bevölkerung hinter diesem Spitzensport steht, dann muss ich sagen, war das für mich eine beeindruckende Darstellung. Die Bevölkerung unterscheidet sehr wohl zwischen dem Vereinsvorstand und zwischen den Mannschaften des Vereins.
Ich glaube, dass es gerade auch aus diesem Grund Aufgabe der Politik ist, in einer solchen Situation hilfreich und helfend zur Seite zu stehen, sowie entsprechende Möglichkeiten zu gewährleisten, damit Spitzensport im Land Tirol auf dem Niveau der T-Mobile Bundesliga in Zukunft immer weiter möglich sein wird. Natürlich wird man sich überlegen, welches Konzept hinter einem solchen Verein steckt. Auch wird es nicht möglich sein, eine isolierte Lösung, so wie sie sich im Bereich des FC Tirol abgespielt hat, weiter zu unterstützen.
Ausgangspunkt für unsere Bemühungen wird immer sein, dass beginnend bei der Nachwuchsarbeit aufbauend versucht werden sollte, für die Nachwuchsspieler bzw. für die Jugendlichen entsprechende Möglichkeiten zu schaffen, damit sie sich auf sportlich höchstem Niveau profilieren können. Damit geben wir unserer Jugend die Möglichkeit das zu tun, was in der Stadt Innsbruck sehr viele Jugendliche wollen, nämlich Fußballspielen.
Es gibt in den Vereinen der Stadt Innsbruck derzeit etwa 1.100 Jugendliche männlichen und weiblichen Geschlechts, die diesem Sport nachgehen. Daher hat die Stadtgemeinde Innsbruck eine gewisse Verantwortung, der sie sich auch nicht entziehen kann. (Beifall)

 

 
GR Schrom (Güne)
Ich habe mir das mit dem FC Tirol auch überlegt. Ich spreche viel mit Jugendlichen, treffe viele Leute und frage sie nach ihrer Meinung. Es sind viele fußballspielende Buben wirklich traurig, dass es jetzt den FC Tirol nicht mehr gibt. Wichtig ist, die Jugendlichen in dem Sinne zu unterstützen, dass sie weiter Fußball spielen können und es noch eine Mannschaft gibt, die ihnen als Vorbild dient. In jedem kleinen Dorf gibt es einen Fußballverein und die Bevölkerung ist stolz auf ihren Fußballklub. Wenn es so etwas in der Stadt Innsbruck nicht mehr gibt, dann finde ich das persönlich schade. Deshalb werde ich dem Antrag zustimmen. (Beifall)

StR Mag. Schwarzl (Grüne)
Ich möchte gerne noch einmal den Antrag im Wortlaut hören, wie die Unterstützung formuliert ist. Wir haben den Antrag nicht vorliegen. Könnte man dafür sorgen, dass die Fraktionen jeweils eine Kopie dieses Antrages bekommen? Ich gehe davon aus, dass wir die Handschrift lesen können. Nun zum Finanziellen: Laut einer Anfragebeantwortung vom April dieses Jahres, hat die Mag.-Abt. V, Amt für Sport, sehr schön aufgelistet, wie viele Subventionsmittel für Sport seitens der Stadt Innsbruck über den Tiroler Fußballverband an den FC Tirol bzw. an die Nachwuchsmannschaften geflossen sind.
Es wurden im Jahr 1999 für ein Kindergartenturnier € 400,--, für die Nachwuchsarbeit €47.900,--, das sind ATS 660.000,-- und über den Tiroler Fußballverband ATS 1,2 Mio sprich € 82.000,-- an die Kampfmannschaft ausbezahlt. Man kann nicht sagen, dass der Profiverein FC Tirol keine öffentlichen Gelder erhalten hat. Er hat sehr wohl Subventionen über den Tiroler Fußballverband erhalten, da es üblich ist, dass Gelder an den Tiroler Fußballverband gehen. Dieser teilt dann die erhaltenen Subventionen nach einem bestimmten Schlüssel auf.
Im Jahr 2000 sind an die Fußballschule Nachwuchs € 36.300,-- (ATS 500.000,--), an die Nachwuchsarbeit des FC Tirol € 82.000,-- (ATS 1,1 Mio) und € 50.800,-- (ATS 700.000,--) an die Kampfmannschaft ergangen. Im Jahr 2001 wurden für die Nachwuchsarbeit € 94.000,-- (ATS 1,3 Mio) und an die Kampfmannschaft € 37.000,-- (rund ATS 520.000,--) ausbezahlt.
Gegen dieses Sportsubventionsbudget in Höhe von rund ATS 1,5 Mio, welches wir jährlich für die Nachwuchsarbeit zur Verfügung gestellt haben, habe ich nichts. Wenn das nach wie vor in den neu gegründeten Verein XY - wie immer er heißt - hineinfließt, soll das auch weiterhin zu Gunsten der Nachwuchsmannschaft dieses neu zu gründenden Vereins geschehen. Man sollte jedoch einmal mit dem Märchen aufhören, dass für den Profifußball keine öffentlichen Gelder zur Verfügung gestanden sind.
Es sind laut dieser Anfragebeantwortung öffentliche Subventionen geflossen. Ich kann es nicht anders interpretieren, als es in der Anfragebeantwortung der Sitzung des Gemeinderates vom 25.4.2002 steht. Wir haben im Jahr 1998 die Mietzins- und Betriebskostenrückstände des Profifußballs für das alte Fußballstadion am Subventionswege nachgelassen und auf die Miete für das Tivoli-Alt bis zur Fertigstellung des neuen Stadions verzichtet.
Es hat immer geheißen, die Finanzmisere beim FC Tirol ist Folge der Tatsache, da auf Grund des desolaten und veralteten Stadions mit den beschränkten Kapazitäten, keine Einnahmen lukriert werden können. Mit dem neuen Stadion würde sich allerdings alles ändern. Es haben sich die Einnahmen erhöht, aber am Finanzdebakel hat sich offensichtlich nichts verändert, sonst würde man nicht vor der Situation stehen ...
(Bgm.-Stellv. Zach: Aber für kriminelle Geschichten können wir nichts dafür. Es geht jetzt um den Nachwuchs.)
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es nicht richtig ist, dass FC Tirol und Profisport mit öffentlichen Mitteln nie etwas zu tun hatten. Die öffentliche Hand hat mit rund ATS 600 Mio ein neues Stadion gebaut und die Stadt Innsbruck hat meiner Rechnung nach, ungefähr 70 % zu den Kosten dieses Stadions beigetragen. Ich habe eine Chronik erstellt, über das, was der FC Tirol in all diesen Jahren alles gesagt hat.
Wir haben uns immer nur Beschimpfungen anhören können, dass die Zusammenarbeit mit Finanzdirektor Dr. Hörnler bei der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) schlecht war. Martin Kerscher wünscht sich Verhältnisse wie in den Städten Linz und Salzburg. Wenn man sich Tirol ansieht, so kommt man sich vor wie im Niemandsland, die Politiker haben bei den Meisterfeiern Zusagen gegeben, an die sie sich nie gehalten haben und so ist es unentwegt gegangen, obwohl im Tiroler Profifußball auch öffentliche Gelder investiert wurden. Diesbezüglich braucht man nicht um den heißen Brei reden.
Ich verstehe jeden, wenn er angesichts der neuen Situation, wo endlich allen klar geworden ist, wie dieser Verein gewirtschaftet und gehandelt hat, nun meint, dass es für den Profifußball kein Geld mehr gibt. Dass kein öffentliches Geld investiert wurde, stimmt so einfach nicht. Wenn jetzt die Nachwuchsarbeit weiter gehen soll, bleibt das von der Stadt Innsbruck bis jetzt an den FC Tirol überwiesene Geld selbstverständlich bei der Nachwuchsarbeit.
Was alle weiteren Zusagen anlangt, so würde ich mich wundern, wenn ein großer Aufschrei durch den Gemeinderat geht und die Opposition den Antrag stellen würde, dass dem Verein XY all nur erdenkliche Unterstützung ohne jegliche Präzisierung zukommt: Und das ohne Bekanntgabe darüber, wie der Vereinsvorstand, für den wir etwas verlangen, aussieht, ohne dass die sonstigen finanziellen Grundlagen offen gelegt werden, ohne Angabe einer Summe bzw. einer Art der Unterstützung oder was auch immer. Ich habe nichts dagegen, wenn man eine Nachwuchsförderung für den Verein betreibt ...
(Bgm. DDr. van Staa: StR Mag. Schwarzl, passen Sie auf, dass Sie nicht Schaum vor den Lippen bekommen.)
... die weißen Mundwinkel im Gemeinderat bekommen meist nur Sie, ich nicht.
Für mich ist Voraussetzung eines Beschlusses, dass auf dem Tisch liegt, wer dieser Verein ist, wer seine Vorstände sind, ist es wieder ein so genannter Mitgliederverein, wo die Mitglieder nichts zu reden haben, sondern wo der Vorstand bei der Generalversammlung zusammensitzt usw. Ich habe gerade nachgelesen, wo Rechnungsprüfer Arnold Ende der 90er Jahre die Rute ins Fenster gestellt und gesagt hat, dass es keine Entlastung des Vorstandes geben wird, wenn nicht ordnungsgemäße Abrechnungen vorliegen. Da jedoch die Generalversammlung ohnehin aus dem Vorstand besteht, wird es wohl keine Entlastung geben.
Angesichts der Erfahrungen, die ich im Gemeinderat seit Jahren mit diesem Verein gemacht habe, weise ich niemandem Schuld zu. Man hat immer wieder zugesehen und gemeint, dass der Fußballsport ja so wichtig ist. Tausende von Mädchen und Buben betreiben Inlineskating, fahren Rollschuh, Skateboarden und benötigen keinen Profiverein an der Spitze, der sie in ihrem Tun aufrecht erhält. (Bgm.-Stellv. Zach: Für diese Jugendlichen errichten wir doch so viele Spielplätze und Anlagen, die viel Geld kosten.)
Gerade in dieser Jugendarbeitsschiene wird sehr überzeichnet bzw. emotional gearbeitet.
Ich bin dafür, dass es diesen Jugendverein bzw. diese Nachwuchsarbeit mit den Mitteln, die bisher zur Verfügung gestanden sind, gibt. Aber ich bin gegen einen Pauschalbeschluss des Gemeinderates, der einen Verein unterstützt, dessen Struktur, dessen Vorstand und Kontrollrechte man nicht kennt. Alt-Bgm.-Stellv. Dr. Wimmer hat schon als Sportreferent auf die Gründung einer Marketinggesellschaft hingewiesen und gemeint, so kann es nicht sein, dass wir einen Verein, der Schulden macht, nämlich den FC Tirol, sponsern und die Gewinne in die Marketinggesellschaft hineinfließen.
Ich habe es noch im Ohr, wie gesagt wurde, dass wir uns ein neues Know-How aneignen müssen, um ausreichend kontrollieren zu können. Wer hat sich das angeeignet? Niemand. Wenn die Innsbrucker Grünen Anfragen oder Anträge gestellt haben, wurden wie beschimpft wie: Die Spitze schafft die Breite, StR Mag. Schwarzl wie können Sie nur und Hin und Her ...
(Bgm.-Stellv. Zach: StR Mag. Schwarzl Theater spielen wir am Rennweg.)
Ich habe keine Schadenfreude, denn erfreulich ist das Ganze wirklich nicht. Die Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (IS-pA) wird bei vielem finanziell durch die Finger schauen und wir werden in den Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" investieren müssen, um diesen nutzen zu können. Man muss zumindest aus dem vergangenen Debakel die Konsequenzen ziehen und berücksichtigen, was in der Folge zu bedenken ist. Es kommt nicht nur die Vereinsstruktur und der Vorstand, sondern auch noch die Kontrolle der öffentlichen Gelder dazu. (Bgm. DDr. van Staa: Alle öffentlichen Gelder werden kontrolliert.)
Einer Pauschalzustimmung weder für Punkt eins noch für Punkt zwei wird es ohne folgende detaillierte Angaben nicht geben: Welche Vorhaben stehen im Raum, wer sind die handelnden Akteure und wie werden die Kontrollmechanismen sein? Das wäre für mich somit eine falsch verstandene Jugendförderung. Hier gehört einmal alles offen auf den Tisch gelegt und erst dann kann man einsteigen. Mit diesem Geld, welches bisher über das Sportsubventionsbudget geflossen ist - das sind im Vergleich zu anderen Vereinen aus anderen Bereichen keine geringen Summen - kann man nette Jugendarbeit gestalten. Da ist es nicht mehr notwendig, zusätzlich etwas zu tun.

 

 
StR Mag. Dr. Bielowski (Für Innsbruck)
Zur sachlichen Berichtigung! Es ist natürlich eine sehr einseitige Darstellung, die Subventionen auf der einen Seite darzustellen. Tatsache ist, dass diesen Subventionen auf der anderen Seite Geldflüsse in Richtung Stadt Innsbruck entgegenstehen. Der interessante Betrachtungspunkt ist der Saldo zwischen den beiden Zahlungsflüssen, nämlich zwischen Zahlungsflüssen in Form von Subventionen an den Verein oder an die Vereine und auf der anderen Seite Zahlungen von Seiten der Vereine an die Stadt Innsbruck. Gerade bei den angesprochenen Beträgen vom Jahr 1999 bis zum Jahr 2001 stehen diesen gewährten Subventionen nicht unerhebliche Rückflüsse gegenüber.
 

 
Bgm. DDr. van Staa (Für Innsbruck)
Wir erleben wiederum eine Debatte, wo durch Behauptungen von StR Mag. Schwarzl gleichzeitig Unterstellungen gemacht werden, die nicht so stehen bleiben können. Ich bekenne mich dazu, dass dieser Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" gebaut wurde. Dieser Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu wurde nicht für den FC Tirol errichtet (Beifall von Seiten der Fraktion "Für Innsbruck"), sondern es ist ein Sportstadion der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol für alle Großveranstaltungen.
Man hat nie im Sack, ob eine Fußballmannschaft in der ersten Liga spielt oder nicht. Wenn das damals nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich mich auch für einen Neubau eingesetzt. Die Stadt Linz hat ein viel aufwändigeres Stadion und besitzt derzeit auch keine Spitzenmannschaft in der Bundesliga. Das muss man dazu sagen. Ich bin der Überzeugung, dass dieser Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" nicht für drei oder fünf Jahre gebaut worden ist, sondern dass es zumindest für eine Generation Bestand haben wird und muss. Es ist ein wunderschönes Stadion, das voll funktionstauglich ist.
Heute wurde mit einem dringenden Antrag der Innsbrucker Grünen wieder impliziert, als wäre die Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) zu blöd, sich über Nutzungen bzw. Nachnutzungen Gedanken zu machen. Der Aufsichtsrat hat bereits in dieser Angelegenheit Beschlüsse gefasst und darüber wurde heute die Hauptversammlung umfassend informiert. Ich habe gebeten, mir das Protokoll sofort zu übermitteln, damit dieses auch dem Stadtsenat zur Verfügung gestellt werden kann.
Wir haben dort einen sehr - ich hoffe, dass es so bleibt - innovativen Geschäftsführer, der sich wirklich um diese Angelegenheiten kümmert. Ich darf dazu sagen, dass für diesen ganzen Sanierungsbereich die Stadt Innsbruck insgesamt mit einer großen Mehrheit dafür war und wir gemeinsam sehr viel zu Stande gebracht haben. Ich möchte allen dafür danken. Nur wenn es immer wieder Leute gibt, die versuchen, alles schlecht zu machen, so weise ich das zurück.
Anderenorts werden die Politiker nur von einer Seite geprügelt, ich hingegen wurde natürlich von zwei Seiten geprügelt. Einmal vom FC Tirol und zwar immer zu Unrecht, denn die Stadt Innsbruck hat alle Verpflichtungen zur Gänze eingehalten. Ich habe Martin Kerscher auch gesagt, dass ich nicht vor ein Bezirksgericht gehe, aber beim Vorwurf eines Verbrechens, wie bei Erpressung, muss ich handeln. Er hat mich heute in der Kanzlei angerufen, ich bin jedoch nicht zum Telefon gegangen, da ich gelegentlich meine Gesprächsbereitschaft mit Menschen, die so handeln, auf ein Minimum reduziere. Das gilt nicht nur für Martin Kerscher.
Da möchte ich schon erwähnen - was auch medial verbreitet wurde -, dass manchmal auf Seite zwei und drei die Stadtverantwortlichen geprügelt und auf Seite zehn, der Sportseite, massive Forderungen erhoben wurden. Lesen Sie alles nach. Der Profifußballklub ist ein privater Verein, bei dem wir immer jede Subventionierung abgelehnt haben. Dass es indirekte Förderungen gab, ist unbestritten. Diese sind im Verhältnis zu anderen Bundesländern und den Aufwändungen der öffentlichen Hand in der Stadt Innsbruck immer bescheiden gewesen, weil wir uns dazu bekannt haben, den Profifußball nicht zu unterstützen.
StR Mag. Dr. Bielowski hat angedeutet, dass auch Rückflüsse erfolgt sind. Jawohl, es ging um beträchtliche Steuern, auch wenn es in der letzten Zeit Steuerausfälle gab. Es sind beträchtliche Mietzahlungen eingegangen, auch wenn in der letzten Zeit diese nicht mehr geleistet wurden. Gegen Betrug kann man nichts machen. Ich mache den Vorwurf der Österreichischen Bundesliga, da sie sich geweigert hat, das Statut modern zu adaptieren. Dies wäre ohne weiteres möglich gewesen, um einen Nachfolgeverein in der höchsten Spielklasse spielen zu lassen.
Man hätte ohne weiteres beschließen können, dass die Bundesliga auf zwölf Vereine aufgestockt wird, weil man nach dem entsprechenden Reglement den Aufsteiger und den möglichen Absteiger nicht ausschließen kann. Das hätte man ohne weiteres machen können. Man hätte auch beschließen können, dass im Falle von kriminellen Handlungen durch Vorstandsmitglieder oder durch Maßnahmen, die vielleicht im medizinischen Bereich anzusiedeln sind, in diesem Fall der Verein nicht bestraft werden kann, sondern in der obersten Liga spielen muss. Das war ein sportpolitisch schwerer Fehler und eine ungerechte Bestrafung des Spitzenfußballklubs FC Tirol. Das ist unverantwortlich gegenüber der österreichischen Sportöffentlichkeit und vor allem gegenüber der Tiroler Fußballfreunde. Das muss erwähnt werden. (Beifall)
Ich mache der ganzen Bundesliga, die ein Verein ist und jederzeit in der Lage gewesen wäre, die Satzung zu ändern, diesen Vorwurf. Ich spreche auch ganz bewusst eine Vermutung aus und vielleicht fühlt sich hier jemand geschädigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man drei ausstehende Monatsgehälter der Spieler nicht bezahlt hat, weil man nicht mehr konnte und das Spielerkapitalvermögen nicht lukrieren wollte. Ich weiß nicht, in welcher Form möglicherweise andere Flüsse finanzieller oder anderer Art stattgefunden haben. Das müsste auch noch untersucht werden.
Bei der Cleverness der Leute, die hier am Zuge sind, würde ich das nicht ausschließen. Eines möchte ich schon sagen, dass der Vorwurf an die Politik, man hätte nicht rechtzeitig eingegriffen, völlig daneben geht. Die Stadt Innsbruck hat, als der erste Verdacht aufkam, alle Maßnahmen gesetzt und der Präsident des FC Tirol wurde bereits im Oktober letzten Jahres aus dem Aufsichtsrat der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) zurückgezogen. Der Bundesliga war vor uns längst bekannt, wie die tatsächliche finanzielle Situation dort aussieht. Man müsste diese Leute fragen, warum sie nicht gehandelt haben. Haben sie nicht eine fahrlässige Handlung begangen oder haben sie nicht auch hier ein Verschulden in der einen oder anderen Richtung zu rechtfertigen?
Das müssen wir uns wirklich einmal ganz genau ansehen. Jetzt haben alle anderen und auch ich gesagt, dass wir bereit sind, über unsere persönlichen Kontakte, über Ersuchen an die Wirtschaft, diese Situation so zu bereinigen, damit wiederum eine wirtschaftliche Basis vorhanden ist. Dr. Bodenseer hatte sich, so wie schon einmal, bereit erklärt, die Präsidentschaft zu übernehmen. Er hat sowohl von StR Mag. Dr. Bielowski wie auch von mir gehört, dass wir nicht bereit sind, eine finanzielle Zusage in irgend einer Höhe, weder privat und schon gar nicht öffentlich, zu geben. Wir sind nur bereit, den Verein zu unterstützen.
Ich habe mich bereit erklärt, als Proponent im neuen Verein mit aufzutreten. Ich würde viele Gemeinderäte ersuchen, ebenfalls ihre Bereitschaft bei StR Mag. Dr. Bielowski zu deponieren, die Initiative zu ergreifen, um somit zu unterstreichen, dass sie für den Jugendsport, für die Nachwuchsförderung, aber auch für die Identifikation der Jugend mit dem Spitzensport eintreten und wir eine wirklich hervorragende Fußballmannschaft mit vorbildlichen Spielern gehabt haben. Das möchte ich auch noch einmal sagen.
Ich möchte mich bei allen Spielern des FC Tirol herzlichst für ihr Engagement in den letzten Jahren bedanken, dass sie aktiv an sozialen, caritativen Veranstaltungen teilgenommen und diese Bemühungen in der Stadt Innsbruck unterstützt haben. Dies war keine Selbstverständlichkeit und den Fußballspielern gehört daher höchstes Lob. (Beifall von Seiten der Fraktion "Für Innsbruck" und GR Wanker) Was die Trainer betrifft, kann ich nur sagen, dass man vorbildliche "Sportsleute" wie Dietmar Constantini hatte, der sich durch den Aufbau der Fußballakademie massiv für die Jugendförderung und Kinderförderung eingesetzt hat. Das Lob gilt auch Kurt Jara, der wirklich in vielerlei Hinsicht ein Sportvorbild war und zurecht mit dem Sportehrenzeichen ausgezeichnet wurde, sowie dem jetzigen Trainer Joachim Loew, der mir einen ausgezeichneten Eindruck gemacht hat. (Beifall)
Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man solche Persönlichkeiten in dem brutalen Geschäft des Profifußballes findet. Das sollte man einmal in aller Öffentlichkeit erwähnen. Nicht alle Vorstandsmitglieder des FC Tirol sind oder waren Gauner. Es gibt darunter eine ganze Reihe von früheren und auch jetzigen Vorstandsmitgliedern, von denen ich weiß, dass sie durchaus das Recht in Anspruch nehmen können, aus großem Idealismus und Enthusiasmus gehandelt zu haben. Das heißt nicht, dass man selbst der Aufsichtspflicht enthoben ist.
Selbstverständlich, StR Mag. Schwarzl, dort wo die Stadt Innsbruck Subventionen gewährt, hat sie volles Kontrollrecht. Wir haben die Förderungsgelder für den Nachwuchs nicht nur einmal, sondern mehrfach zurückgehalten, weil uns manche Dinge nicht klar waren. Wir haben das überprüfen lassen und überall dort, wo wir Subventionen geben, ist man verpflichtet, sich durch die Kontrollabteilung prüfen zu lassen. Das wird auch eingehalten.
Tun Sie nicht so, als wären das Riesensummen. Wie viele Hunderte Kinder und Jugendliche spielen dort, wie viele bemühen sich, wie viele haben eine gute Betreuung und wie viele haben einen professionellen Trainer? Es ist ja nicht so, dass die Kinder und Jugendlichen nur auf der Wiese spielen, sie haben persönlich sportlich und auch medizinisch usw. eine professionelle Betreuung. Das kostet sehr viel Geld und mit diesen Beiträgen der Stadt Innsbruck konnte der Verein bei aller Misswirtschaft die ganze Jugendarbeit nicht finanzieren. Sie mussten auch hiefür beträchtliche Summen aus ihrem Spielbereich nehmen, der allerdings ein Tropfen von der Gesamtmasse war, die in irgend welchen Kanälen versickert ist.
Der Antrag von StR Mag. Dr. Bielowski im zweiten Teil bedeutet ja nicht eine Erlaubnis an den Sportreferenten, jetzt jede Summe zu genehmigen. Jede einzelne Summe von € 5,-- aufwärts, muss im Ausschuss für Wirtschaft, Sport und Tourismus behandelt werden, jede größere Summe wird im Gemeinderat beschlossen. Das, was dieser Antrag von StR Mag. Dr. Bielowski inkludiert, ist die moralische Unterstützung und die Bereitschaft, alles zu unternehmen, um das Ansehen des Tiroler Fußballs als Spitzenklub wieder herzustellen und den Menschen zu signalisieren, dass die Politik dahinter steht.
Wenn Sie anderer Meinung sind, dann können Sie diese ja äußern. Wir leben in einer Demokratie, aber dieser Gemeinderat hat das Recht, festzustellen, ob wir das wollen oder nicht. Ich fordere Sie auf und ersuche Sie, in diesem Fall solidarisch zu sein. Es handelt sich nicht um irgend einen Verein, sondern um einen Identifikationsklub, den wir möglichst rasch wieder mit einer breiten Reputation herstellen wollen. Aus diesem Grund stelle ich mich auch persönlich als Proponent zur Verfügung. (Beifall von der Fraktion "Für Innsbruck")
 

 
GR Grünbacher (SPÖ)
Im Namen der SPÖ möchte ich den Antrag unterstützen und mich auch persönlich dazu bereit erklären, dem Proponentenkomitee beizutreten. (Beifall) Ich halte es für eine gute Idee, das Ganze zu unterstützen. Ein paar Dinge muss man natürlich schon ins rechte Licht rücken. Wenn StR Mag. Schwarzl sagt, dass alle bisherigen Mittel für die Nachwuchsarbeit weiter verwendet werden sollen, so wäre mir das schon zu viel. Der Antrag geht nicht so weit.
Wenn ich mir ansehe, dass man in den letzten drei Jahren für den Nachwuchsbereich eine fixe, nicht unbeträchtliche Summe ausgegeben hat, wird laut Passus im Antrag von StR Mag. Dr. Bielowski "nur jene notwendige Unterstützung gewährt, um den zehn Jugendmannschaften ihren Sport weiter zu ermöglichen". StR Mag. Dr. Bielowski geht nicht so weit, indem er ATS 500.000,-- und mehr fordert, während Deiner Idee zufolge dies schon fix ist. So weit würde ich noch gar nicht gehen.
Wir stehen zu diesem Antrag, wobei ich natürlich schon etwas kritisch bemerken möchte, dass es genug andere Mannschaften und Sportarten gibt, die, wenn sie ihre Hallenmiete nicht bezahlt hätten, wahrscheinlich gezwungen wären, im Freien zu trainieren. Für die Zukunft würde ich ersuchen, dass man nicht so lange zusieht, bis das Ganze ... (Unruhe im Saal) ...
(StR Mag. Dr. Bielowski: Die Mieten für die städtischen Sportplätze wurden laufend alle bezahlt.)
Das ist mir ganz neu.
(Bgm.-Stellv. Zach: Deshalb, weil es neu ist, muss es nicht falsch sein.)
Wir werden uns dem Wortlaut sowie beiden Punkten des Antrages anschließen, weil diese als Unterstützung einer Idee und nicht einer konkreten Finanzierungsmaßnahme, die wie der Herr Bürgermeister gesagt hat, im Gemeinderat bzw. im Ausschuss für Wirtschaft, Sport und Tourismus bewilligt werden muss, dient. Einem Blankoscheck würden wir auch nie zustimmen.

StR Mag. Schwarzl (Grüne)
Ich wollte kurz an den Herrn Bürgermeister einige Rückmeldungen geben. Er hat behauptet, ich hätte der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) Blödheit unterstellt, dass sie nicht weiss, was sie jetzt unternehmen soll. Sie selbst haben bei der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) beantragt, dass das Protokoll des Aufsichtsrates dem Stadtsenat vorgelegt wird. Das kann man nicht riechen. Wenn man also dies beantragt, so ist das nicht Blödheit.
Ich halte nämlich auch Geschäftsführer Mag. (FH) Ing. Außerhofer, den neuen Chef der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA), für einen durchaus sehr engagierten Mann, der in einer sehr schwierigen Situation in das ganze "Werkl" eingestiegen ist. Nachdem die Einnahmen und Ausgaben bzw. die Erhaltungskosten des Sport- und Freizeitparks "Tivoli-Neu" doch bei der Stadt Innsbruck hängen bleiben werden, halte ich es für legitim, dass das, was dort jetzt investiert werden muss oder nicht, für die Stadtgremien von Interesse ist.
Wenn das Verlangen eines Antrages bedeutet, die Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) lächerlich zu machen, dann ist mir das Ganze nicht nachvollziehbar. Wenn der Herr Bürgermeister sagt, dass der Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" von Beginn an, von ihm auch nur als multifunktionales Stadion konzipiert gewesen ist und mit dem Verein nichts zu tun hat ...
(Bgm.-Stellv. Zach: Nichts zu tun hat er nicht gesagt, sondern nur "nicht ausschließlich".)
... so möchte ich doch aus der Gemeinderatssitzung vom 23.4.1997 wie folgt zitieren: Es ist nämlich um die Umbenennung des alten TivoliStadions in Tirol Milch Stadion gegangen. Vorher hat es auch Verwendungszusagen gegeben, welche dann im Gemeinderat behandelt werden mussten, da die Tirol Milch sonst als Sponsor zurückgetreten wäre, wenn wir das Stadion nicht unbenannt hätten.
Diesbezüglich wurde dann im Gemeinderat ewig lange herumdebattiert, dass man sich auf der einen Seite nicht erpressen lassen sollte, aber auf der anderen Seite man diese Umbenennung doch vornehmen müsste. Diese Umbenennung ist dann doch mehrheitlich erfolgt und in der selben Sitzung des Gemeinderates wurde beschlossen, dass in den Aufsichtsrat der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) der FC Tirol mit einem Sitz vertreten sein soll.
Die Innsbrucker Grünen haben damals bereits moniert, dass wir nicht verstehen, warum der FC Tirol als künftiger Nutzer im Aufsichtsrat - das ist nämlich ein Eigentümergremium und der Eigentümer der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) ist die Stadt Innsbruck - vertreten sein soll. Man war der Meinung, dass dies deshalb notwendig ist, damit die Kooperation und die Funktionalität des Stadions auch passt.
(Bgm.-Stellv. Zach: Nachher sind immer alle "gscheit".)
Es haben ja über Jahre die Spatzen von den Dächern gepfiffen, dass das kein ordentlicher Verein ist und da setzt meine Kritik an. Es ist nicht so, dass irgendwelche dunkle "Untergrund-Grünen" Bösartigkeiten vermutet hätten, sondern es gibt seit über zehn Jahren Zeitungsberichte, wo man, auch wenn man von Fußball nichts verstehen würde ... (Unruhe im Saal) ...
Auf die Sportseiten der großen Tageszeitungen in Tirol haben die Grünen noch nie Einfluss gehabt. Herr Bürgermeister, Sie haben damals im Zuge unserer Kritik im Gemeinderat, als das Tivoli-Stadion in Planung war und der FC Tirol in die Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) nominiert wurde, Folgendes gesagt:

"Jedenfalls haben wir dann ein Stadion, das war der Sinn und Zweck und die Sicherstellung eines Fußballklubs für ein Stadion, weil sonst wäre das Stadion ja nicht notwendig."

Es ist immer im Raum gestanden. Ich kann mich an all die Jahre erinnern, wo man überlegt hat, ob wir vielleicht den FC Tirol unterstützen müssen, da wir jetzt den Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" bauen. Wenn wir in der Situation sind, dass wir den Fußballklub nicht unterstützen, dann haben wir keinen Fußballklub mehr und was geschieht dann mit dem Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu"?
Diese Überlegungen hat es all die Jahre in den Debatten im Gemeinderat gegeben. Ich habe alle Protokolle durchforstet und gesehen, welche Versuche unternommen wurden. Bezüglich der Jugendmannschaften wird so getan, als ob die Stadt Innsbruck zusammenbrechen würde, wenn es diese bzw. den Sport der Jugendlichen, um die es geht, nicht mehr gäbe. Natürlich bin ich froh, dass es sie gibt.
Die öffentliche Meinung war gegen den FC Tirol und man hat sich nicht mehr bei den Meisterfeiern gezeigt. Wenn die öffentliche Meinung für den FC Tirol war, dann hat man sich sehr wohl bei den Meisterfeiern gezeigt. Jetzt kippt die öffentliche Meinung und nun heißt es, sie haben die Lizenz nicht bekommen, die böse Bundesliga und die 300 Jugendlichen ... (Unruhe im Saal) ...
(Bgm.-Stellv. Zach: Ich ersuche um etwas Aufmerksamkeit für das theatralische Ballett von StR Mag. Schwarzl.) Es ist fast schon verwunderlich, dass sie nicht in Tränen ausgebrochen sind.
Dieser plötzliche Einsatz der SPÖ, dass sie auch ins Proponentenkomitee geht, da man bei diesem Zug ja mit dabei sein muss. Diese Sport- und Spielementalität geht mir so auf den Geist, das muss ich wirklich sagen. (Bgm.-Stellv. Zach: Sie uns aber auch.)
Ich kann es nicht formulieren und nicht in rationale Worte fassen. Es geht mir dies jedenfalls unheimlich auf den Geist.
Herr Bürgermeister, ich möchte an die Sitzung des Gemeinderates vom 22.10.1998, wo es um den Nachlass der Miete für das "FC Tirol Milch Stadion" wegen der Steuer am Subventionsweg gegangen ist, erinnern. Man hat die Miete wegen dem Finanzamt nicht nachlassen können, deshalb ist dies über den Subventionsweg erfolgt. Sehr wohl ist das alles über den Subventionsweg erfolgt.
(Bgm. DDr. van Staa: Sie müssen nicht so viel Propaganda für mich machen.)
Ich mache dies gerne für Sie, denn Sie sind ja so arm, dass Sie es nicht selbst für sich machen können. Sie werden nämlich ständig von den Innsbrucker Grünen der Unwahrheit bezichtigt. Jetzt muss ich Sie wieder aus dem Sumpf herausziehen, in den die Opposition Sie hineingedrängt hat. Ich finde, dass darüber einmal diskutiert werden muss. Wir haben in den letzten zwei Jahren permanent dringende Anfragen gestellt und es wurde jedesmal konsequent die Debatte verweigert. Ich finde es gut, wenn das jetzt über Anträge läuft, dann kann man einmal debattieren.
(Bgm.-Stellv. Zach: Aber bitte nicht zu lange.)
Ich möchte nur noch ein Zitat vom Herrn Bürgermeister los werden:

"Nur der FC Tirol Milch bekommt die Ermäßigung unter dem Erlass bis zur Fertigstellung des Neubaues. Hier muss man auch hinsichtlich der Vereinsstruktur reden. Ich habe auch immer gesagt, ich will nur mit einem konsolidierten Verein einen Vertrag abschließen."

Das war vor dem Abschluss des Mietvertrages mit dem FC Tirol. Die Innsbrucker Grünen haben damals bereits den Mietvertrag urgiert und gesagt, dass dieser Verein nicht konsolidiert ist. Es ging auch um die Frage, wie man sich die Mieteinnahmen und Betriebskostenzahlungen vorstellt. Von Anfang an ist das ganze "Affentheater" gleich weitergegangen wie vorher.
(Bgm.-Stellv. Zach: Ich bitte das "Affentheater" zurückzunehmen.) Es ist ja noch viel ärger.
Um die Kleingläubiger, die involviert sind, kümmert sich niemand. Jedoch der "arme" Robert Hochstaffl, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt, wird bedauert. Um viele andere, die bei diesen Profisportvereinen mit drinnen hängen, wird nicht geweint. Beim Profifußball ...
(GR Dr. Rainer: Beim Eishockey auch.)
Mit dem Gösser Eishockeyverein waren wir gebrannte Kinder und das würde ich abhaken.
Jetzt habe ich das Gefühl, dass die wirtschaftspolitische und kontrollpolitische Funktion aussetzt, da man sich nicht ganz sicher ist, wie denn die Stimmung in der Bevölkerung ist. Dementsprechend schwankt man Hin und Her und es werden meiner Meinung nach, relativ oft, sehr irrationale Entscheidungen getroffen.
Ich verstehe nicht, warum das so ist und was dahinter steckt.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar. Der Herr Bürgermeister hat gesagt, dass man seine Meinung sagen darf und ich danke ihm dafür. Ich habe nichts gegen eine vernünftige Jugendförderung, egal, in welcher Sportart, egal, wen es betrifft, aber ich stimme nicht zu, dass der Gemeinderat diese große Rettungsaktion so pauschal begrüßt, ohne genau jene Fragen zu stellen, die man in den letzten Jahren beim FC Tirol schon lange hätte stellen und beantworten lassen müssen.

 

Bgm. DDr. van Staa übernimmt den Vorsitz von Bgm.-Stellv. Zach.

 
GR Haller (Für Innsbruck)
Wir haben heute über Inlineskaten, Skaten, Rollschuh fahren gesprochen und es stimmt, dass dies gewaltige Sportarten sind. Zwischen sechs und zehn Jahren kann man diese Sportarten ohne weiteres ausüben. An der Hand von Papa und Mama, wird das funktionieren. Ab zehn Jahren wird man jedoch keinen Jugendlichen ohne entsprechende Vorbilder dazu bewegen können, dass er diesen Sport auch wirklich ausübt. Auch für Inlineskaten, Skateboard fahren usw. gibt es Profis, die als Vorbilder dienen. Diesen wird nachgeeifert.
Gerade die Gemeinde Kundl - das ist auch eine Weltstadt - baut den zweiten Skatepool in Europa. Man soll doch erwähnen, was da läuft. Jeder, der hier im Gemeinderat mit Jugendnachwuchsmannschaften im Sport arbeitet, weiß, dass die Arbeit mit Jugendlichen bis zu zehn Jahren wunderbar und leicht ist. Ich habe das sieben Jahre lang gemacht. Dann waren wir gezwungen, eine Kampfmannschaft zu gründen, ob wir wollten oder nicht, da wir die Mannschaften nicht mehr finanzieren konnten.
Sie werden nicht wirklich allen Ernstes glauben, dass mit € 94.000,-- dreizehn Jugendmannschaften finanziert werden können. Davon können nicht einmal die Buskosten finanziert werden, wenn österreichweit in der Bundesliga gespielt wird. Wenn in St. Jodok oder in Arzl auf einer schiefen Wiese gespielt wird, so benötigt man dazu keinen Bus. Es wird wesentlich mehr von Eltern und Privaten finanziert.
Es ist jedenfalls so, dass die Jugendlichen im kritischen Alter zwischen 10 und 18 Jahren Perspektiven benötigen. Wenn sie kein Vorbild haben, dann brechen sie der Reihe nach weg. So ist es bei uns im Verein geschehen und so wird es auch im Verein von GR Grünbacher sein. Wenn sie glauben, dass man deshalb keine Nachwuchsarbeit in der Stadt Innsbruck machen muss, stimmt das schon.
Die Stadt Innsbruck wird genau so weiter leben, unabhängig davon, ob ein Fußballverein existiert oder nicht. Aber das könnte ich dann auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens beziehen, bei denen die Stadt Innsbruck gewaltig finanziert. Ich bin der Meinung und dazu stehe ich auch, dass Jugendarbeit gar nicht genug gefördert werden kann. Das wäre alles. Danke. (Beifall)
 

 
Bgm.-Stellv. Zach (Für Innsbruck)
Im Prinzip können wir sehr froh sein, dass ein solches Thema so viel Emotionen, ich sage Engagement, hervorruft. StR Mag. Schwarzl hat heute ihr schauspielerisches Talent zu 120 % eingesetzt. Eines, StR Mag. Schwarzl, muss ich schon sagen, dass jeder seine Prioritäten hat. Es ist alles richtig, was Sie heute aufgezählt haben, denn ich höre Ihnen auch immer lange höchstinteressiert zu, gehe weder hinaus, noch mache ich sonst etwas. Bitte mir das zuzugestehen.
Von Toleranz hat man bei den Innsbrucker Grünen noch nie etwas bemerkt. Ich weiß einige mir sehr am Herzen liegende Bereiche, wo sich die Jugend bzw. auch andere betätigen. Hier fragen wir auch nicht so genau, warum es keine Rentabilitätsberechnung in einem Kulturunternehmen gibt, warum kein Plan erstellt wurde und warum ist dies und jenes nicht erfolgt. Hier übt man verständlicherweise mehr Nachsicht aus und ich verstehe das, weil eine Nahbeziehung besteht.
Ich verstehe auch, dass nicht jeder mit Fußball etwas "am Hut" haben muss. Für mich als Jugendpolitikerin ist schon klar, dass Schaden bei den Kindern und jungen Menschen angerichtet wurde. Ich habe mich vor keiner Meisterfeier gedrückt, obwohl mir schon klar war, dass hier manches schief gelaufen ist. Ich war dabei, als wir gesagt haben, dass der Verein als solches kontrolliert bzw. nachgefragt wird und den teilweise sehr präpotenten Auftritten von Martin Kerscher nicht nachgegeben wird etc.
Bei der Presse hat es immer geheißen, warum man so einen Verein nicht unterstützt. Es hat sich jemand gefunden, der ATS 100 Mio privat investiert hat, ein anderer hat schon mit ATS 80 Mio unterschrieben. Man hat sich eigentlich fast immer dagegen wehren müssen. Ich habe aber immer betont - GR Lercher war auch dabei -, dass ich mich für die Kinder- bzw. Jugendarbeit, die mir ungeheuer wichtig ist, stets eingesetzt habe. Egal, ob dies nun Kinder der Musikschule sind, welche außerdem noch in einer Band spielen oder Kinder, die Inlineskaten bzw. Fußball spielen, sich mit Theater oder Ballett beschäftigen.
Es ist vernünftig, sich musisch, sportlich und das am besten in einem ausgewogenen Verhältnis, zu betätigen. Das wird man jedoch den einzelnen Persönlichkeiten, wie ich Kinder immer betrachte, selber überlassen müssen. Ich habe viel an Kinder- und Jugendarbeit gesehen. Oft war ich mit StR Mag. Dr. Bielowski am Sonntagvormittag am Sportplatz. Weder hier noch bei der Meisterfeier habe ich einen der Gemeinderäte gesehen, wenn wir den Knirpsen und Kindern die Preise überreicht haben.
Dass diese nichts bezahlen, StR Mag. Schwarzl, mag schon sein. Sie, StR Mag. Schwarzl, Sie sind nicht mit Eltern in Verbindung, die auch viel für die Jugendlichen unternehmen. Ob es einem gefällt oder nicht, es wird mitgegangen, mitgefahren, ausstaffiert und auch "Festln" arrangiert. Man ist froh, dass die Kinder bei einer sportlichen Betätigung gut aufgehoben sind.
Tatsache ist, dass ich angerufen werde, da mich relativ viele Kinder von meinen Betätigungen her kennen. Sie tragen mir Sparbücher an, weinen und dies geht bis zu einer sehr starken Emotionalität, die man bei weiblichen Personen als Hysterie bezeichnen würde. Ich war selber überrascht, aber diese Emotionalität kann ich nicht steuern. Es waren Buben, aber auch Mädchen. Ich lade alle Gemeinderäte am Sonntag in das Tivoli-Alt ein. Dort findet das Finale des Mädchen Fußballturniers statt. Man kann der Meinung sein, dass dies unpassend für Mädchen ist. Gestern zum Beispiel haben wir eine Kickboxerin, eine Extremkletterin und auch eine Fußballspielerin ausgezeichnet. Ich möchte schon sagen in einer pluralistischen Gesellschaft ...
(Bgm. DDr. van Staa: GR Linser, Sie müssen dagegen sein.)
... Herr Bürgermeister bitte, ich möchte jetzt Aufmerksamkeit haben.
In einer pluralistischen Gesellschaft wird es mehrere Möglichkeiten geben, sich zu betätigen. Dies trifft für die Eltern wie auch für Kinder zu. Der eine wird mehr Affinität zu dem einen Bereich haben, der andere mehr Affinität zu dem anderen. Ich glaube, dass wir uns grundsätzlich doch einig sein werden, denn es war doch alles relativ klar.
Die Jugendarbeit muss weiter gehen und selbstverständlich habe ich mich da auch zur Verfügung gestellt. StR Mag. Schwarzl, ich unternehme als Privatperson viel und lasse mir daher von gar niemandem etwas hineinreden. Mir ist egal, ob das in der Zeitung steht oder nicht, denn es geht mir nur um die Sache und ich glaube, die Sache ist gut.
Ich würde mich aber genauso für irgendetwas anderes einsetzen. Wenn das "Kindertheater an der Sill" wieder einmal am Nullpunkt ist, habe ich mich sehr wohl für Subventionen eingesetzt. Das ist nicht so lustig, da es dort leider nicht so viele Zuschauer gibt. Wir engagieren uns für die verschiedensten Bereiche, unter anderem jetzt auch für diesen.
Was den Profifußball betrifft, wird man Unregelmäßigkeiten nirgends ausschalten können, wo es Menschen gibt. Das gelingt keiner Bank, keiner Versicherung, keinem Sozialamt und auch keinem Finanzamt. Dazu muss ich sagen, dass das vielleicht im Klub der Innsbrucker Grünen erst erfunden werden muss. Selbst da habe ich gehört - zwar nicht in der Stadt Innsbruck -, dass man gezwungen war, jemanden auszuschließen. Es hat sich um eine Frau gehandelt und bitte zwingt mich jetzt nicht, einen Namen zu nennen, da ich diese Person persönlich kenne. Ich weiß, dass man so etwas nie ausschließen kann.
Keiner im Gemeinderat hat irgendetwas in dieser Richtung unternommen. Für so dumm wird niemand eine Gemeinderätin oder einen Gemeinderat der Stadt Innsbruck ansehen. (Beifall von Seiten der Fraktion "Für Innsbruck")

GR Dr. Patek (Grüne)
Mich hat einiges an der jetzigen Debatte gestört. Das eine ist diese teilweise explizit, teilweise implizit ausgesprochene Unterstellung, dass wir etwas gegen den Nachwuchsfußball hätten. Ich kann mich in den letzten Jahrzehnten an keine Abstimmung erinnern, bei der wir gegen den Nachwuchsfußball gestimmt hätten. Wir haben das immer in voller Höhe mitgetragen. Ich möchte das einmal registriert haben, damit diese falschen Bilder im Kopf revidiert werden. Vielleicht werden die Argumente dann so gehört, dass es nicht mehr auf prinzipieller Ebene zum Disput kommt, sondern man einfach versucht, die Argumente zu hören.
Die Argumente beziehen sich ganz klar auf die Profimannschaft und nicht auf die Nachwuchsmannschaft. Ich stehe auch dazu, wenn es breiten Nachwuchssport im Fußballbereich gibt, dann soll man dafür auch Mittel zur Verfügung stellen, wie bei anderen Sportarten auch. Wenn es im Kulturbereich einen breiten Nachwuchs gibt, dann soll auch dort etwas hineinfließen. Man muss nicht jammern, dass die Eltern dazu etwas zahlen müssen, denn dies müssen sie an der Musikschule oder beim Sportverein auch.
Es ist für mich Normalität, dass man für Kinder in dieser Stadt ein Angebot bereithält und dieses soll auch gewisse öffentliche Subventionen erhalten. Das steht für mich völlig außer Diskussion. Hier mit Unterstellungen zu arbeiten, dass wir den Nachwuchsfußball mies machen möchten, will ich einfach nicht mehr hören.
Ich möchte auch daran erinnern, dass wir bei diesem Antrag, Punkt zwei, explizit eine getrennte Abstimmung verlangen, beim Nachwuchsfußball jedoch generell sowie bei der Dringlichkeit dafür gestimmt haben. Beim zweiten Punkt des Antrages möchte ich doch darauf hinweisen, dass es sich hier eindeutig um die Profiklubmannschaft handelt. Ich habe im Gegensatz zu anderen vom Klub - GR Schrom hat auch dafür gestimmt - bei Punkt zwei des Antrages auch für die Dringlichkeit gestimmt, da ich diesen wirklich für dringend halte, jedoch nicht in der Form, wie er formuliert ist.
Ich halte ihn deshalb für dringend, da wir beim FC Tirol in den letzten Jahren zwei Mal hintereinander "Finanzpleiten" erleben mussten. Ich denke mir, dass es da offenbar einen gewissen Häufungspunkt gibt. Ich gebe Bgm.-Stellv. Zach schon Recht, dass man vor solchen Sachen nie gefeit ist. Offenbar gibt es gewisse Bereiche, die besonders wenig vor finanziellen Unregelmäßigkeiten gefeit sind.
Mir kommt es nicht erstaunlich vor, dass gerade in einer Sportart, wo eine gewisse Massenjubelkultur herrscht, schneller rationale und auch ökonomische Erwägungen auf der Strecke bleiben, weil mit den Leuten die Emotion durchgeht und jeder bei der ganzen Angelegenheit mitgerissen wird. Gerade wir als Parteien des Gemeinderates sind der Meinung, dass das ein wichtiger Bereich des öffentlichen Lebens ist. Was die Profimannschaft anlangt, trifft das die anderen stärker als uns.
Der Gemeinderat hat dann die Aufgabe, in den Bereichen wo die Emotionen durchgehen, Strukturen zu erfassen. Auch bei der Neugründung von Strukturen, bei der man die größte Chance hat, langfristig etwas auf gesunde Beine zu stellen, muss man sich die Zeit zu nehmen, um sich die Sachlage genau anzusehen. Wenn man so etwas haben möchte, muss man sich das so gut ansehen, damit nicht noch ein drittes Mal ein solches Desaster passiert.
Ich meine, dass das langsam für die Stadtgemeinde Innsbruck peinlich wird. Ich persönlich fühle mich bei Sportarten wohl, wo ich selber aktiv Sport betreibe. Bei Großdemonstrationen fühle ich mich genauso unwohl, wie in einem Fußballstadion, weil mir die Massenhysterie - ich zitiere das Wort von Bgm.-Stellv. Zach - Unbehagen bereitet. Es wird andere Leute geben, denen das Spaß macht solange es nicht kippt, was bei uns im Fußballbereich Gott sei Dank nur in mäßigem Ausmaß geschieht. In anderen Bereichen ist es schon wesentlich kritischer.
Die Reaktion, gerade im ökonomischen und strukturellen Bereich einen kritischeren Blick zu haben als woanders, halte ich für natürlich und nach zwei Pleiten im Profifußballbereich in Tirol in relativ kurzer Zeit von Seiten des Gemeinderates für geboten. Aus der Antragsformulierung von StR Mag. Dr. Bielowski lese ich nicht heraus, dass der Wunsch besteht, konstruktiv etwas aufzubauen, aber nicht nach dieser bekannten alten Jubelmentalität - die wir bereits kennen -, sondern eben etwas auf seriöseren Beinen.
Bei diesem Massensterben europäischer Fußballvereine sind wir in Österreich nicht die Einzigen. Man muss sich nur die Schweiz und die Bundesrepublik Deutschland ansehen. Bei Spanien und Italien warte ich bis es knallt und das wird, bei den Summen, die dort umgesetzt werden, nicht mehr lange dauern. Vor dieser Entwicklung muss man rechtzeitig einen Riegel vorschieben.
Das heißt, man muss die alten Argumente eines Alt-Bgm.-Stellv. Dr. Wimmer aufgreifen, den Marketingbereich ansehen und sich fragen, wie kann man Finanzströme in einer Klubstruktur, die automatisch schnell euphorisch werden kann, steuern und wie kann man öffentliche Kontrollen durchführen? Solche Dinge muss man sich jetzt ansehen. Dieser Sommer bis zum Beginn der Spielsaison bietet die Chance, dass man mit einem Neubeginn bei einem Verein strukturell und finanziell die Basis schafft, damit uns so etwas nicht noch einmal passiert. Das hat nichts damit zu tun, ob meine Sympathie für diesen Sport groß ist oder nicht. Ich nehme zur Kenntnis, dass es in der Stadt Innsbruck einen neu gegründeten Verein geben wird und es werden sich viele Leute darüber freuen. Es sollte eine Ebene geben, wo man sagen kann, wenn es um etwas Wichtiges geht und öffentliches Engagement gefragt ist - sei es auf der moralischen Ebene - ist in dem Bereich Hilfestellung zu leisten, der offenbar am anfälligsten ist, und das ist der strukturell finanzielle Bereich.

GR Grünbacher (SPÖ)
Zur Geschäftsordnung! Ich bitte GR Dr. Patek mir den Antrag zur Verfügung zu stellen, denn er muss offensichtlich einen anderen Antrag haben als ich. Er redet im Gemeinderat über Profifußballförderung. In meinem, mir vorliegenden Antrag heißt es im zweiten Teil wie folgt:

"Sollte der Vorstand des neuen Vereins mit dem Ziel des Wiederaufstieges in die T-Mobile Bundesliga verfolgen, ist auch hier eine entsprechende Unterstützung zu geben."
(GR Mag. Fritz: Spielen Amateure in der obersten Bundesliga?)
Der neue Verein ist kein Profiverein. FC Wacker Tirol ist ein Verein, der gegründet wurde und keine Lizenz für eine der höchsten Spielklassen besitzt. Somit ist er kein Profiklub.

Bgm. DDr. van Staa (Für Innsbruck)
Das war nicht zur Geschäftsordnung, sondern zur tatsächlichen Berichtigung. Zur Geschäftsordnung wird das geschäftsordnungswidrige Vorgehen des Vorsitzenden kritisiert oder beanstandet.

GR Dr. Rainer (ÖVP)
Ich glaube, dass wir uns doch auf den Inhalt des Vertrages und des im Gemeinderat vorliegenden Antrages des Sportreferenten beziehen. Ich darf sagen, dass das gesamte Vorgehen in den letzten Wochen zwischen uns ständig abgesprochen wurde und wir völlig übereinstimmende Meinungen haben. Alles was der Sportreferent im Gemeinderat heute zum Ausdruck bringt, wurde auch mit mir immer abgesprochen.
Daher ist es ganz klar, dass man die Jugendlichen, die in diesem großen Verein vorhanden waren, das sind 350 Jugendliche die in zehn Mannschaften Fußball spielen, wobei sieben Mannschaften in den einzelnen Tabellen an erster Stelle stehen, nicht im Stich lassen sollte. Es handelt sich hierbei um Nachwuchsfußballer der Spitzenklasse in Tirol, die wir sinnvollerweise weiter unterstützen sollten.
Ich kann Ihnen sagen, in den letzten Wochen sind verschiedentlich Eltern und auch Trainer zu mir gekommen
- ich nehme an, auch zum Herrn Bürgermeister, zu StR Dr. Bielowski und zu Bgm.-Stellv. Zach
- die gebeten haben, dass man diese Jugendlichen nicht im Stich lassen sollte. Die Buben haben teilweise sogar, wie sie gehört haben, dass unter Umständen alles zusammenbricht, geweint und haben gebeten, alles zu unternehmen, damit man dem Nachwuchs weiterhin die Chance gibt, an der Spitze mitzumischen.
Für die Buben ist natürlich der große Verein FC Tirol jenes Vorbild, das sie haben und jeder möchte dem Spitzenspieler nacheifern. Bereits bei der T-Shirts-Vergabe sind jene mit den Nummern von guten Spielern am beliebtesten. Hier ist es mir natürlich lieber, dass diese vielen Buben und Kinder in einem geordneten Trainingsverhältnis sind, als wenn sie auf der Landstraße oder wo auch immer, frei herumtoben und möglicherweise in einem Drogenkarussell landen. Es war richtig, dass von Seiten der Stadt Innsbruck jegliche Unterstützung angeboten wird. Der Antrag von StR Mag. Dr. Bielowski ist genauso wie der Wiederaufbau einer Mannschaft für Spitzenfußball in der Stadt Innsbruck, zu unterstützen.
Es ist natürlich richtig, was GR Grünbacher sagt, egal ob wir eine Spielgemeinschaft mit Wattens oder mit Wörgl eingehen, wir spielen noch nicht in der Bundesliga. Es dauert ein oder zwei Jahre, bis man in der obersten Liga spielt. Daher kann von einem Profifußball derzeit überhaupt nicht die Rede sein. Man weiß nicht einmal, wer der neue Vorstand sein wird und wo die neuen Spieler herkommen.
Deshalb wird man sich hauptsächlich mit jenem Nachwuchs beschäftigen müssen, welcher in den Bundesnachwuchszentren spielt. Hier wird versucht, eine neue Mannschaft aufzubauen, damit wieder attraktiver Fußball im Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" gespielt wird. Natürlich ist der Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" primär für Fußball gedacht. Es ist dies auch einleuchtend und ich glaube, dass alle, die hier im Gemeinderat sind, beide Anträge voll unterstützen sollten. Danke. (Beifall)

GR Barcal (Soziales Innsbruck)
Meistens geht es im Tiroler Landestheater nicht so spannend zu, als wie heute im Gemeinderat bei dieser Fußballdiskussion. Das möchte ich einmal bemerken. Ich finde es sehr gut und möchte danke sagen, dass jemand aus dem Gemeinderat - in dem Fall StR Mag. Dr. Bielowski - auf die Idee gekommen ist, diesen Antrag zu stellen. Gott sei Dank geht dann, wenn diesem Antrag die Zustimmung erteilt wird - was ich hoffe - die Kinder- und Jugendarbeit im Fußball weiter. Ich finde das sehr wichtig.
Die Fußballkinder haben wirklich mein Herz erobert. Ich war sehr stolz, als ich das erste Mal gebeten wurde, bei den Auswahlspielen als Unterstützung mit dabei zu sein. Ich wünsche, wenn der Antrag durchgeht, dass die Kinder- und Fußballmannschaften wieder funktionieren, weil ich weiß, wie viel Begeisterung, auch von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Trainern, dahinter steckt.
Ich hoffe, dass die Mannschaft erhalten werden kann und wieder weiter aufgebaut wird. Ich stimme im Namen der Fraktion "Soziales Innsbruck" diesem Antrag zu. (Beifall)

GR Federspiel (Freie Liste)
Ich spreche nur für die "Freie Liste", obwohl ich in der Zeitung und in der Öffentlichkeit als freiheitlicher Politiker bezeichnet werde. Viele Journalisten wissen nicht, was frei und freiheitlich ist. Ich habe StR Mag. Dr. Bielowski meine Unterstützung schon zugesagt. GR Dengg und ich werden diesem Komitee beitreten.

GR Haager (FPÖ)
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, die ich nicht sonderlich herausstreichen muss, dass wir diesem Antrag zustimmen und für den Sport sind. (Beifall)

StR Mag. Dr. Bielowski (Für Innsbruck)
Die dozierenden Ausführungen von StR Mag. Schwarzl haben natürlich die Möglichkeit gegeben, in der Zwischenzeit das Proponentenkomitee wachsen zu lassen. Herr Bürgermeister, ich kann bekannt geben, dass folgende Personen beigetreten sind:
GR Grünbacher, GR Erhard, GR Mag. Eiter, GR Haller, GR Hafele, GR Gruber, GR Kranebitter, GR Dr. Rainer, GR Barcal, GR Lackner, GR Mag. Mayr, GR Kritzinger, GR Wanker, GR Moser, GR Schreiner, GR Federspiel, GR Dengg, GR Scheiber, GR Lercher, GR Zobl, GR Kaufmann, GR Pertl und StR Dr. Gschnitzer.
Man sieht also, dass eine breite Mehrheit des Gemeinderates, es wird schon fast an eine 2/3 Mehrheit heranreichen, dem Proponentekomitee beigetreten ist. Damit wird es natürlich Sorge tragen und darauf achten, dass der Nachwuchsfußball in der Stadt Innsbruck sowie die Entwicklung, die nicht nur für den Fußball, sondern auch für die Identität der Stadt Innsbruck und Tirol besonderes wichtig ist, erfolgreich weitergehen kann.
Ich möchte mich hierbei bei allen, die bisher mitgeholfen haben, recht herzlich bedanken. (Beifall)

 

 
Bgm. DDr. van Staa (Für Innsbruck)
Ich wünsche mir, dass eine breite Bevölkerung sich daran beteiligt, damit es in Hinkunft nicht mehr einen Verein mit sechs oder acht Mitgliedern gibt, sondern wirklich einen Verein, der auch von der Basis her im Verein mitgetragen wird. Selbstverständlich werde ich mich aber nicht in die Geschäftsführung einmischen und die Unterstützung bekommt dieser Verein nur, solange er alles offen legt und alles transparent ist, so wie man sich einen Fußballverein eben vorstellt, der von der breiten Begeisterung der Jugend bis hin zu älteren Menschen getragen wird. Ich danke für dieses Zeichen der Solidarität.
 

B:
Der von StR Mag. Dr. Bielowski und Mitunterzeichnern eingebrachte dringende Antrag Punkt 1. (Seite 786) wird dem Inhalte nach angenommen.

MB: (gegen StR Mag. Schwarzl, GR Mag. Fritz, GR Linser und GR Dr. Patek)
Der von StR Mag. Dr. Bielowski und Mitunterzeichnern eingebrachte dringende Antrag Punkt 2. (Seite 786) wird dem Inhalte nach angenommen.

Es wurden Kopien des Antrages an die Fraktionen ausgehändigt.

Bgm. DDr. van Staa: Ich danke für das überwältigende Votum und die Solidaritätserklärung gegenüber unseren Sportsfreunden, vor allem gegenüber unseren Sportfans bei der Jugend. (Beifall)