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tt600
Dienstag 2. Oktober 2007
Auf Seite 1
tt20071002Unter dem Titel: Wacker ohne Eberle im freien Fall
Das Sanierungspaket für den Tiroler Fußball-Erstligisten FC Wacker Innsbruck kippt. Gestern sagte der designierte Präsident Ferdinand Eberle ab.

So schön hatte das Modell geklungen: Entschuldung des Vereins (1,6 Mio €), weitere 900.000 Euro jährlich an zusätzlicher Sponsorsumme. Damit wäre der FC Wacker Innsbruck zumindest seine finanziellen Sorgen losgeworden, aber damit scheint es vorerst einmal vorbei zu sein. Ferdinand Eberle legte nach inhaltlichen Dissonanzen mit Obmann Gerhard Stocker seine Tätigkeit bem Tabellenschlusslicht der obersten Spielklasse zurück: „Ich bin enttäuscht, ich bin traurig."
Stocker habe ihm abgesagt, der Angesprochene selbst wiederum erklärte das Gesamtpaket nach zweitägiger Nachdenkphase als „unverhandelbar". In puncto „personelle Änderunen" sei man sich nicht einig geworden. Für Eberle war etwa die Installierung eines Sportdirektors eine Bedingung., verbindlich hätte man noch mit keinem verhandelt. Im Gegenzug beharrte der Wacker-Obmann: „Man verlangte konkret Didi Constantini."
Landesrätin Anna Hosp, für die Koordination der Rettungsaktion durch die Tiroler Bergbahnen und andere Geldgeber verantwortlich, erklärte zur Sachlage: „Ich muss mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass Gerhard Stocker die Hilfe nicht annehmen will."


Auf Seite 2
tt20071002Unter dem Titel: Ratlos vor dem Fall ins Nichts
von Florian Madl

Der Wacker am Abgrund, die Lizenz des finanzmaroden Vereins wackelt. Eberles Ausstieg folgte Ratlosigkeit.
Das erste Statement des Tages zur Causa Wacker kam aus Reihen des FC Wacker selbst - ein Rücktritt. „Die Vorgehensweise, die der Verein gehen möchte, deckt sich nicht mehr mit meinen Vorstellungen", meinte Vorstandsmitglied und Vizeobmann Andreas Perger. Er bleibe Mitglied und Sponsor.
Als Ferdinand Eberle dann um 11 Uhr ohne Wissen Gerhard Stockers die Katze aus dem Sack ließ und seinen Rücktritt bekannt gab, meldete sich Anna Hosp zu Wort - sie koordinierte mit unzähligen Gesprächen die Rettung: „Hinter diesen Umständen sehe ich die Rettung des FC Wacker als Bundesligaverein nicht machbar. Nicht die Politik, sondern Stocker als Vereinsobmann ist in Verzug."

Nicht viel anders sieht Bruno Wallnöfer, Vorstandsvorsitzender von Wacker-Hauptsponsor Tiroler Wasserkraft, die Situation: „Wir hätten deutlich aufgestockt, aber ich spürte schon am Freitag, dass die Begeisterung gering war. Ich bin enttäuscht, das ist schade." Das Geschehene sei „erschütternd unprofessionell", dafür habe er kein Verständnis.
Der Vertrag bis Mitte 2008 werde man „selbstverständlich erfüllen", Gerüchte über einen geplanten Ausstieg danach seien aus der Luft gegriffen. „Bei einem Abstieg in die zweite Liga würden die Karten aber neu gemischt. Erstklassigkeit war schließlich Teil des Vertrags."
Noch nicht aufgeben will indes Sportlandesrat Hannes Gschwentner (SP), der heute Gerhard Stocker zum Gespräch bitten will: „Ich stehe als Vermittler zur Verfügung."
Gedrückt ist das Stimmungsbild unter den Wacker-Spielern. „Das Thema sollte uns eigentlich kaltlassen, aber ganz kalt lässt es mich nicht, da es um die Existenz geht."
Ein Reizwort, denn am Firmament droht das sportliche und finanzielle Schreckgespenst Abstieg: Ohne Entschuldung droht dem Wacker, der schon jetzt unter Aufsicht der Bundesliga steht, der Lizenzentzug.


Auf Seite 2
tt20071002Unter dem Titel:
Eberle bestellt dem Wacker sein unumstößliches „Nein"
von Florian Madl
Die sportliche Talfahrt des FC Wacker hält an, Zickzackkurs seines Obmanns Stocker auch. Retter Eberle wurde das zu viel, das Sanierungspaket platzt.

Ich bin traurig, ich bin enttäuscht. So etwas ist mir im Wirtschaftsleben noch nie passiert", gestand gestern Ferdinand Eberle. Signieren wird der designierte Wacker-Präsident für des Trationsverein nicht, nachdem ihm Obmann Gerhard Stocker das für ihn „unverhandelbare Gesamtpaket" zurückwarf: Nach sieben Tagen lautet sein Titel schon wieder Wacker Präsident im Ruhestand.
Das Wacker -Paket platzt
Das Rettungspaket - Entschuldung des Vereins (1,6 Mio. Euro Minus), Erhöhung des jährliches Budgets um 900.000 Euro für die nächsten drei bis fünf Jahre (Tiroler Bergbahnen, Hypo, Tiwag etc.) - platzte.
Es sei ein „unumstößliches Nein", wie Eberle bekräftigte. Daran änderte auch die Situation nichts, dass Stocker in einer ersten Reaktion nach der Pressekonferenz im Innbrucker Cafe Sacher seinen Rücktritt anbot: „Ich will der Rettung nicht im Wege stehen. Der gesamte Vorstand bietet den Rücktritt und damit die Zurverfügungstellung ihrer Funktionen an, um die mit Frau Dr. Anna Hosp vereinbarten Beträge des Landes und der Sponsoren nicht zu gefährden", hieß es da. Nachsatz: „Ich bin allerdings nicht bereit, meine ethischen Grundsätze beiseite zu lassen und meine Großmutter zu verkaufen. Ich will aufrecht durchs Leben gehen.
Das Paket sei für ihn „unverhandelbar", weil ihm die Personal- und Vereinspolitik diktiert worden sei. Man habe einen Sportdirektor Didi Constantini verlangt, wovon Eberle nichts wusste: „Das stimmt nicht. Ich verlangte neue Personen auf Führungsebene."

Light-Version unmöglich
Einzig das Mitspracherecht von Sponsoren mit mehr als 150.000 Euro jährlicher Mitgift, ein Beirat, sei Bedingung gewesen. Zu einem möglichen Rettungspaket light wollte sich Eberle deshalb nicht äußern: „Die Beteiligten versicherten mir, dass ihre Zusagen an meine Person gebunden wären-" Für ihn sei der Zug abgefahren: „Jetzt will ich nicht mehr. Ich habe in den vergangenen Wochen zu viel Herzblut reingesteckt."


Auf Seite 2
tt20071002Unter dem Titel: Vom gefeierten Durchmarsch in die Sackgasse
von Wolfgang Müller
In Juli 2002 startete die SPG Wattens/Wacker nach der leidigen FC-Tirol-Pleite mit Obmann Michael Bielowski und Geschäftsführer Gerhard Stocker das ehrgeizige Projekt "Durchmarsch". 1,5 Mill. EuroBudget standen bereit, mit Trainer Michael Steiter wurde auch gleich der Aufstieg in die Red -Zac Liga geschafft. Helmut Kraft führte die damals noch Grünschwarzen zurück zur Erstklassigkeit. Der Durchmarsch wurde in kürzester Zeit geschafft, ein sportliches Märchen.
Dem sportlichen Höhenflug konnte das Budget nicht folgen. Bereits im Frühjahr 2004 fehlten dem Red-Zac ligisten 300.000 Euro-Budget - erster Wirtschaftsgipfel mit LH Herwig van Staa. Im Oktober 2004 der nächste Hilfeschrei Stockers: „Eine Million Euro fehlt, um sorglos planen zu können."
Nach dem Durchmarsch ging es wohl sportlich als auch wirtschaftlich steil bergab. Zweimal retteten insolvente Klubs (Admira/GAK) den FC Wacker vor dem Abstieg. Zweimal stand Stocker mit stattlichen Haftungen gerade, um überhaupt die Bundesligalizenz zu garantieren.
Im dritten T-Mobile-Bundesliga Jahr scheinen alle mittlerweile schwarzgrünen Dämme zu brechen. Die Lizenz wurde erst in zweiter Instanz mit Auflage erhalten. Nur per monatlicher Vorlage eines Liquiditätsberichts (per 15. des Folgemonats) erhielten die Tiroler die Ligaberechtigung.
Weil Stockers Hilferufe verhallten, offensichtlich kein Draht zu Politik und Wirtschaft gefunden wurde, steht der FC Wacker gegenwärtig dort, wo der Tiroler Fußball nie mehr stehen wollte. Am Abgrund mit dickem Minus ohne Aussicht auf Besserung.
Die Mannschaft ist nicht bundesligatauglich, am Saisonende drohen 1,6 Mill. Euro Abgang. Dass Stocker letztlich das von Sponsoren und Politik geschnürte Wacker-Paket platzen ließ, macht die Lage noch chaotischer, schier aussichtslos.

Auf Seite 3
tt20071002Unter dem Titel: Stocker: Wackers Anfang und Ende
von Frank Staud
Bei jeder Firma, die konkursgefährdet ist, wird das Management getauscht. Nur bei Wacker nicht.

Ob Gerhard Stocker bewusst oder unbewusst das Theater der vergangenen Tage abgezogen hat,ist die einzig offene Frage. Seit Ende der vergangenen Saison weiß der wackere Obmann, dass dem Verein das Wasser bis zum Hals steht. Unzählige Male drohte er, das Handtuch zu werfen, wenn es nicht Hilfe von Land und Sponsoren gebe.
Stocker war über die Rettungsbemühungen von Anfang an informiert. Diese liefen seit Wochen. Bester Beweis: Stocker gewährte der renommierten Steuerberatungskanzlei Marsoner auf Wunsch des Landes volle Einsicht in die Bücher. Nur wer kurz vor der Pleite steht oder seine Geschäfte übergeben will, legt seine finanzielle Gebarung vollkommen offen. Daher sind Stockers Versuche, sich zum Erpressungsopfer zu stempeln, nur noch lächerlich.

Bis zum Ende der Saison steht Wacker Innsbruck mit einem Schuldenberg von über 1,5 Millionen Euro (mehr als 20 Millionen Schilling!) da. Somit ist klar, dass der Verein nicht nur sportlich ein massives Problem hat, sondern auch im Management.
Dass das Rettungskonsortium um Anna Hosp Mitspracherecht bei Budget, Wahl der Geschäftsführung und sportlicher Leitung wollte, hat wohl nur Stocker selbst überrascht. Kein Sanierer auf der Welt investiert in ein insolvenzgefährdetes Unternehmen ohne Mitsprachrecht. Nur in Stockers heiler Welt hat das keinen Platz. Den 390 Mitgliedern sei das nicht zuzumuten. Trainer Söndergaard müsse bleiben. Kein Wunder, dass Eberle und Co. einen Schlussstrich zogen. Die Zeche zahlen die Tiroler Fußballfans, die sich sicher ähnlich wie Stocker auf Red-Zac - oder gar Regionalliga freuen.
 

 
neue_medium
Dienstag 2.10.2007

n20071002Unter dem Titel: Abgelehnt! Stocker, der Wackere Totengräber
von (pim)
Obmann Gerhard Stocker hat das Rettungspaket von Politik und Sponsoren abgelehnt und Wacker damit das eigene Grab geschaufelt.
Als Sternstunde bezeichnetet Wacker-Obmann Gerhard Stocker vor einer Woche des Deal mit Landesrätin Anna Hosp. Jener Deal, der dem Verein Entschuldung bis Saisonende sowie die Aufstockung des Budgets garantiert hätte. Seit gestern scheint es, dass die Sternstunde nur eine Sternschnuppe war. Denn Stocker warf Eberle sein fertig geschnürte Rettungspacket zurück, der Präsident daraufhin das Handtuch.
„Ein Wahnsinn! Da bringt Anna Hosp in vielen Gesprächen alle an einen Tisch und dann wird diese Chance nicht wahrgenommen", konnte es Eberle nicht fassen. Daran ändert der plötzliche Rücktrittsgedanke von Stocker gestern Nachmittag nicht: „Ich will der Rettung nicht im Wege stehen. Der gesamte Vorstand bietet seinen Rücktritt an." Doch genau das tat der Obmann eben und outete sich so als Totengräber des eigenen Vereins. Ohne finanzielle Gesundung ist selbst im Fall des Klassenerhalts die Bundesliga-Lizenz in Gefahr. Der bittete Zwangsabstieg a la GAK in die Regionalliga wäre wohl unausweichlich. Der Erfolgsweg Stockers mit zweimaligem Aufstieg würde im sportlichen Grab(-en) enden.
„Ich bin nicht bereit, meine ethischen Grundsätze beiseite zu lassen und meine Großmutter zu verraten", sagte Stocker. Der Beirat der Großsponsoren hätte ihm Personal- und Vereinspolitik diktiert, Didi Constantini als Sportdirektor und Heinz Peischl als Trainer verlangt. „Stimmt nicht", konterte Eberle. „Ich habe lediglich neue Personen auf der Führungsebene verlangt."

n20071002Unter dem Titel: Das Sterben beginnt
Wacker-Vizeobmann Andreas Perger trat bereits gestern zurück. Hauptsponsor Tiwag droht mit Liebes- und Geldentzug.
Ist der letzte Strohhalm wirklich schon gerissen, an dem die Hoffnungen der Tiroler Fußball-Zukunft hingen? Es hat tatsächlich den Anschein, als wäre das Tischtuch zwischen dem FC Wacker Innsbruck und der Allianz aus Wirtschaft und Politik endgültig zerschnitten. „Ich habe kein Verständis für das, was passiert ist. Wir wollten etwas aufbauen und sind auf erschütternde Unprofessionalität gestoßen", reagierte Bruno Wallnöfer auf das gestrige Nein von Gerhard Stocker.
Der Vertrag läuft im Sommer 2008 aus. „Wir werden diesen natürlich erfüllen. Im Falle eines Abstieges wäre das aber die Stunde, Null, dann müsste komplett von vorne verhandelt werden", stellt Wallnöfer klar. Von einem kompletten Ausstieg spricht er nicht. Noch nicht.

n20071002
Unter dem Titel: Überall Existenzängste
von (pim)
Der Ausstieg der Politik nimmt auch das angeschlagene Team mit.
Blind und taub kann sich niemand stellen. Das Hick-Hack um die Vereinspolitik bleibt daher den Wacker-Spielern nicht verborgen. „Wir müssen uns voll auf das Fußballspielen konzentrieren", weiß Wacker-Spieler Anreas Schrott.
Am Samstag steht daheim nun einmal das Schicksalsspiel gegen den Drittletzten Altach an. „Ich weiß, das Ganze um den Verein müsste ich kalt lassen, aber er lässt mich nicht kalt", gesteht Schrott und fügt den entscheidenden Satz hinzu: „Es geht um die Existenz." Seit gestern nicht mehr nur um die sportliche sondern auch wieder um die finanzielle. Somit f die Existenzängste bei den Schwarz-Grünen wieder in allen Bereichen um sich.