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Fakten zur aoGV 2004
Eine kurze Chronologie der ersten 5 Jahre FC Wacker Tirol
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Stellungnahme zur außerordentlichen Generalversammlung vom 8.7.2004

npiNORDPOL INNSBRUCK
Als Obmann Gerhard Stocker in seiner Eröffnungsrede ankündigte, dass an diesem Abend alle Verlierer sein werden, vermochte wohl noch niemand die volle Tragweite dieser Aussage erahnen.
Und verloren haben in der Tat alle, am meisten wohl der Mitgliederverein, der für uns in seiner bisherigen Form gestorben ist.


 
Zu den Fakten:

Dem Verein Wacker Tirol ist seit nunmehr gut zwei Jahren der Wunsch bzw. die Forderung der Fanclubs der Tivoli Nord, alle voran Verrückte Köpfe und Faninitiative, nach einer Umbenennung in FC Wacker Innsbruck sowie der Wiedereinführung des Gründungswappens bekannt. Trotz zahlreicher Gespräche und vielen fairen Kompromissvorschlägen von Seiten der Fans konnte keine Lösung gefunden werden.
Dem Verein Wacker Tirol lag seit Beginn der Frühjahrssaison ein Antrag zur Einberufung einer aoGV vor, welche aus Rücksicht auf den Verein mehrmals verschoben wurde.
Zwei (!!!) Tage vor der aoGV wurde vom Wacker Tirol eine Vorstandssitzung einberufen, mit dem Ergebnis, dass der Vorstand im Falle einer Umbenennung geschlossen zurücktreten werde.
Am Tag der aoGV (!!!) wurden die Antragssteller durch die Vorstandsmitglieder Bielowski und Winkler auf herablassende und schulmeisterliche Art und Weise von diesem Beschluss informiert und massivst unter Druck gesetzt, den Antrag zurückzuziehen.
Von 593 Mitgliedern befanden es gerade mal etwas über 150 der Mühe wert, zur aoGV zu erscheinen, deren Inhalt nicht nur eines der zentralsten Themen des Vereines, dessen Identität, sonder auch die unmittelbare Zukunft des Clubs selbst war. Nicht nur die Gesamtzahl der Mitglieder an sich, auch die Zahl der anwesenden ist mehr als enttäuschend, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass es erstmals eine Mitbestimmungsrecht im Verein gab. Von diesen ca. 150 Mitgliedern stammten mehr als 2/3 aus dem Wacker-Innsbruck Lager, daher wäre die Umbenennung unter normalen Umständen reine Formsache gewesen.
Obmann Stocker bot in seiner Eröffnungsrede seinen Rücktritt im Falle einer Umbenennung an, da er in diesem Falle keine Haftung übernehmen könne und sich nicht als geeignete Person zur Führung des Vereins sehe. Er würde die Geschäfte innerhalb der entsprechenden Fristen ordnungsgemäß an seinen Nachfolger übergeben.
Die Rede von Vorstandsmitglied Winkler, Finanzreferent im Verein und Kitzbühler Bürgermeister, bracht die ohnehin schon sehr aufgeheizte Stimmung zum Explodieren und stürzte nicht nur die Versammlung sondern in weiterer Folge auch den Verein ins Chaos. Nicht nur, dass er sich sowohl im Ton als auch in der Lautstärke vergriff, so wurden auch die Fans der Wacker Innsbruck Fraktion in unsachlicher, unwürdiger und beleidigender Form als Totengräber des Vereins, ahnungslose Idioten und unmündige Wichtigtuer abgekanzelt.
Des Weiteren überraschte er in seiner Rede mit der Information, dass Gerhard Stocker für das Minus in der Höhe von EUR 800.000,--persönlich hafte und der Verein nur aufgrund dieser Haftungserklärung die Lizenz erhalten habe. Wir erinnern uns zurück an die Mitteilung des Vereins vom 30.04.2004, dass die Lizenz ohne Auflagen und Beanstandungen erteilt wurde. Der Höhepunkt von Winklers Ergüssen war dann jedoch die Aussage, dass bei Rücktritt des Vorstandes der Verein sofort Insolvenz anmelden müsste, und er dies emotionslos und ohne Probleme veranlassen würde, sollte es zu einer Umbenennung kommen.
Die Situation war bereits eskaliert, und der Antrag, den man eigentlich schon zurückziehen wollte, wäre nun doch fast zur Abstimmung gekommen. Nach mehreren internen Beratungen und Abstimmungen entschlossen sich die Fans aufgrund der Erpressung durch den Vorstand den Antrag endgültig fallen zu lassen und verließen geschlossen den Saal. Dabei wurden dem Vorstand die Mitgliedskarten vor die Füße geworden, als Zeichen dafür, dass die Mitgliedschaft in einem FC Wacker Tirol der offensichtlich kein Verein der Fans sondern ein Spielzeug von Politik und Wirtschaft ist, keinen Wert hat und sich von nun an auch die Fans vom Verein zurückziehen werden. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass wir uns von den Vorfällen, wie der Mitgliedskarte, die Obmann Stocker ins Gesicht geworfen wurde, etwaigen Beschimpfungen, Spucken und Sachbeschädigung klar distanzieren.

 


Wir möchten an dieser Stelle keine neue Namensdiskussion anzetteln, nur einiges klarstellen. Von Seiten der Wacker-Tirol Fraktion bzw. „neutralen" wird uns immer wieder vorgeworfen, warum wir bloß aufgrund eines Namens, oder eines Wortes einen derartigen Aufstand verursachen und das Wohl des Vereins aufs Spiel setzen.
Euch allen sei gesagt, dass sich diese Diskussion von unserer Seite aus nie primär um einen Namen, regionales Kirchturmdenken oder eine Frage des Geschmacks drehte. Hier geht es um zwei verschiedene Ideologien, um eine Entscheidung zwischen Kult und Kommerz, zwischen Identität oder purer Erfolgsorientierung, zwischen Beständigkeit oder ständiger Verschleuderung des Vereins an den Höchstbieter, die Liste ließe sich noch länger fortführen.
Eines sollte jedoch allen klar sein - die Zukunft, das Überleben dieses Vereines lag in der Hand der Fans, welche sich letztendlich gegen ihre Ideale, gegen ihre langersehnten Wünsche und gegen ihre Überzeugung entschieden haben, um die Marke Wacker Tirol zu retten.
Doch mit diesem Tag ist etwas in uns gestorben, dass sich wahrscheinlich nie mehr gänzlich zurückholen lässt. Das Vertrauen, die Verbundenheit und die Liebe zu diesem Verein, von dem alle glaubten, dass er etwas Besonderes, Einzigartiges ist, werden nie mehr so sein, wie sie einmal waren.
Mit Bestürzung mussten wir feststellen, dass dieser Verein immer mehr zu einem ganz normalen Bundesligaclub verkommt. Am meisten schmerzt jedoch die Tatsache, dass dieser Verein wieder nur eine Marionette von Politik und Wirtschaft ist, und die Fans als Konsumenten geduldet werden.

Der Verein Wacker Tirol und seine Befürworter haben einen Pyrrhussieg davongetragen, doch verloren haben am Ende alle.