Für die Rentabilität eines Stadions bedarf es einer möglichst hohen Auslastung, nicht nur um das Stadion an maximal 30 Tagen zu füllen, sondern auch um einen modernen Fußballbetrieb zu ermöglichen, der nicht auf finanzielles Entgegenkommen der öffentlichen Hand angewiesen ist, sondern auf eigenen Füßen stehen kann
Warum wird von den Innsbrucker Politikern verschwiegen, dass dem Innsbrucker Steuerzahler das neue Tivoli keinen einzigen Euro Steuergeld gekostet hat?
Statt dessen wird behauptet, dass man mit Steuergelder der Innsbrucker Sportbevölkerung ein wunderschönes Stadion gebaut hat.
Nur die Wahrheit schaut anders aus:
Der Beitrag der Stadt Innsbruck betrug ATS 125 Mio. - das sind 9,08 Mio. Euro
Der Grundstückerlös im Tivoli Alt erbrachte eine Einnahme von Rund 20 Milo Euro und trotzdem wurde durch mangelnde Weitsicht des damaligen Bürgermeister Herwig van Staa nicht einmal ein mini-multifunktionales Stadion gebaut.
Der Sparwahn beim Stadionbau ging sogar so weit, dass man sich die TV-Leitungen vom ORF bezahlen lies. Nicht die OWI, sondern der FC Wacker musste jährlich bis zum Umbau für die EURO 08 € 11.000,-- an den ORF für die Benützung dieser Leitungen durch PREMIERE bezahlen; oder die Anzeigetafel, die von der Nord-Tribüne mit der höchsten Zuschauerdichte aus nicht zu sehen ist. Darüber hinaus war diese Anzeigetafel einfach nur lächerlich, 2-farbig und von der Süd kaum mehr sichtbar; oder dass man beim Auswärtssektor die WC-Anlagen vergaß, oder ......... ich lass es lieber weiteres aufzuzählen, es wird sonst langweilig.
Langsam verdichten sich die Ereignisse", stellte VBM. Norbert Wimmer, Aufsichtsratsvorsitzender der ISpA, jener Gesellschaft, die das Stadion errichten und verwerten soll, seinen Ausführungen voran. Unterstützt von Ispa- Geschäftsführer Josef Hörnler war der Innsbrucker Sportreferent sichtlich bemüht aus der Vergangenheit resultierende Skepsis zu zerstreuen.![]()
Aus ECHO-Spezial zur Eröffnung Tivoli Neu vom 08.09.2000 von Elisabeth Rammer
Unter dem Titel: Von der Würstelbude zur Skybox
Das Tivoli stellt eine für Österreich zukunftsweisende Neuheit dar: Das Fußballstadion wird zur Freizeitwelt
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Dass sich nur mit modernen Stadien Besucher und Sponsoren anlocken lassen, weiß auch die Geschäftsführung der Bundesliga, weswegen sie auch immer wieder Studienfahrten mit Vereinsfunktionären zu den internationalen Herzeigeprojekten veranstaltet. Ein moderner Fußballbetrieb, der auf eigenen Füßen stehen will und nicht auf finanzielles Entgegenkommen von öffentlicher Hand angewiesen ist, muss mehr bieten als hin und wieder ein Fußballspiel. Für die Rentabilität eines Stadions bedarf es einer möglichst hohen Auslastung. Mit einer Arena, die an 320 Tagen im Jahr leer steht, ist das nicht möglich. Deshalb wird gerade auch beim Tivoli-Neu versucht, eine gewisse Bindung der Bevölkerung an das Stadion zu erreichen, indem das Angebot erweitert wird.
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Zusätzlich zu den ständigen Freizeitangeboten sollen Besucher durch Events und Veranstaltungen ins Stadion gelockt werden.
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Aus ECHO-Spezial zur Eröffnung Tivoli Neu vom 08.09.2000 von Michael Bielowski
Unter dem Titel: Neue Ära
Mit dem „Tivoli Neu" beginnt eine neue Ära im Tiroler Sport:
Ein Sportzentrum der Superlative und ein starkes Wirtschaftsunternehmen.
Als starkes Wirtschaftsunternehmen mit zu erwartender beachtlicher Wertschöpfung wird sich der „Sport- und Freizeitpark" auch in Zukunft rechnen und ein Impuls für die Wirtschaft sein. So rechnet etwa der FCT als Hauptmieter mit einer 25-prozentigen Deckung des Budgets über die Stadion-Vermarktung, etwa über Drehbanden, Restaurant, Fan-Shops. Ökonomisch sehen auch die IspA-Mananger das „Unternehmen Tivoli-Neu" und erwarten einen Jahresumsatz in Millionenhöhe. Nicht zu vergessen ist auch der arbeitspolitische Aspekt: Rund 70 Arbeitsplätze werden geschaffen.
Dem „Tivoli-Neu" gehört meine persönliche und sportliche Begeisterung.
Aber auch als Stadtrat hat dieser attraktive Sportbau meine ungeteilte Zustimmung in jeder meiner drei Funktionen.
Als Sportstadtrat sehe ich es als ein Aushängeschild und sportliches Zentrum nicht nur für Tirol, sondern für Österreich.
Als Wirtschaftstadtrat erwarte ich bedeutende Synergien zwischen Sport und Wirtschaft, und
als Tourismusreferent bin ich überzeugt, dass so manches Schlagerspiel und so mancher Event ein Plus in der Tourismusstatistik bewirken können.
und hier die nackte Realität Die Konzertbühne selbst muss - um den Rasen und die wenigen Zentimeter darunter liegende Heizung nicht zu verletzen - an der Osttribüne an einer speziellen Vorrichtung am Dach aufgehängt werden. Seit drei Tagen bauen hier Arbeiter bereits jene Sessel aus, auf denen sonst Fußballfans sitzen. Ist das Tivoli ein Stadion, mit dem sich die Innsbruckerinnen und Innsbrucker identifizieren können? Man fährt kurz vor dem Spiel zum Stadion, sucht schnell einen Parkplatz, bleibt 90 Minuten im Stadion, geht unmittelbar nach dem Spiel zum Auto und fährt heim. Gemütliches Sitzen bei einem Getränk vor dem Spiel? Fachsimpeln in gemütlicher Atmosphäre nach dem Spiel? FEHLANZEIGE!
vom Tivoli-Neu
Quelle: TT. vom 13.6.2002
Unter dem Titel: Versuchskaninchen E. John
Denn: „Das Stadion ist zwar ein wunderbares Fußballstadion, aber absolut nicht mehrzwecktauglich", sagt Konzertveranstalter Alfred Schmid. Das nächste Problem: Im Tivoli gibt es zwar 222 Steckdosen, aber zu wenig bis gar keine Stromzufuhr.
Schmid bezahlt zwar keine Miete, geht aber dennoch ein finanzielles Risiko ein: allein diese Vorbereitungen kosten rund 130.000 Euro.
Schmid: „Die Nebenkosten für diese Veranstaltung sind sehr hoch. Prinzipiell wäre mir lieber, ich würde Miete bezahlen, dafür aber nicht diese Nebenkosten haben." Mit diesem Konzert wolle er testen, ob das Stadion bei entsprechender Adaption konzerttauglich ist.:
„In vielen Ländern ist es üblich, dass in einem Fußballstadion auch andere Events stattfinden."
Der Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" war - zumindest amtlichen Mitteilungen entsprechend - als multifunktionales Stadion konzipiert. Spätestens mit dem Kriminalfall FC Tirol ist klar, dass eine multifunktionale Nutzung auch verstärkt notwendig sein wird.
Seitens der Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) wurde daher auch von einem Nach- bzw. Neunutzungskonzept gesprochen. Dass die multifunktionale Nutzung jedoch offenbar nicht ganz so einfach sein wird, zeigen Berichte, wonach für das Elton John Konzert am 17.6.2002 erst aufwändige Adaptierungen, Stromanschlüsse, Notausgänge usw. errichtet werden mussten.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass für die Nutzung des Stadions für dieses Konzert keine Miete verlangt wurde, die Entscheidung darüber jedoch bereits im November 2001 gefasst wurde.
Wir erleben wiederum eine Debatte, wo durch Behauptungen von StR Mag. Schwarzl gleichzeitig Unterstellungen gemacht werden, die nicht so stehen bleiben können. Ich bekenne mich dazu, dass dieser Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu" gebaut wurde. Dieser Sport- und Freizeitpark "Tivoli-Neu wurde nicht für den FC Tirol errichtet (Beifall von Seiten der Fraktion "Für Innsbruck"), sondern es ist ein Sportstadion der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol für alle Großveranstaltungen.
Heute wurde mit einem dringenden Antrag der Innsbrucker Grünen wieder impliziert, als wäre die Innsbrucker Sportanlagen Errichtungs- und Verwertungs GesmbH (ISpA) zu blöd, sich über Nutzungen bzw. Nachnutzungen Gedanken zu machen. Der Aufsichtsrat hat bereits in dieser Angelegenheit Beschlüsse gefasst und darüber wurde heute die Hauptversammlung umfassend informiert. Ich habe gebeten, mir das Protokoll sofort zu übermitteln, damit dieses auch dem Stadtsenat zur Verfügung gestellt werden kann. ![]()
Der LASK hat durch das aufwendigere Stadion den Vorteil, dass er dadurch die Geschäftsstelle im Linzer Stadion kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt und wo andere bis 7000 Euro/Spiel zahlen, nimmt der zweitklassige Traditionsverein ein Sportsponsoring der Stadt Linz als Werbeträger der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA) in Anspruch.
Innsbruck bekam ein 90 Minuten Stadion das 330 Tage im Jahr leer steht und wo z. B. der FC Wacker bei der Miete der Geschäftsstelle im Stadion eine marktkonforme Miethöhe von € 8,32/m² bezahlt, obwohl für Sportverbände und Vereine im Stadion nur € 4,32 /m² zu bezahlen sind.
Dem FC Wacker keine Selbstvermarktung im Stadion zu ermöglichen und dann noch, mit den überhöhte Stadionkosten, die Olympia World zu subventionieren, ist schmierige Sportpolitik in Reinkultur.
Quelle: EM-Botschafter Hansi Müller zu Gast im tirol.com-Chat
Frage: Wie war das in Deutschland, haben da auch so viele geschimpft über die teuren Stadien?
Hansi Müller: Grundsätzlich ist es so, dass die Infrastruktur eines Landes und damit auch die Stadien von einem großen Event profitieren. Man bekommt die Möglichkeit multifunktionelle und gleichzeitig moderne Arenen zu erhalten, von denen man in der Zukunft in vielerlei Hinsichten profitiert.
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Tivoli-Neu ein modernes Fußballstadion?
Das neu erbaute Tivoli war nie auf dem letzten Stand der Technik, von einem modernen Stadion konnte nicht einmal bei der Eröffnung die Rede sein. Die Entwicklung der Stadien kann man seit Ende des 19. Jahrhunderts grob in fünf Abschnitte unterteilen. Das Tivoli entspricht dem Standard des dritten Abschnitts, der sich zeitlich in die 70er und 80er Jahre einordnen lässt. Deshalb ist das Jahrhundert seines JARHUNDERTSTADION, wie es van Staa immer wieder behauptete, schon vor der Eröffnung im Jahr 2000 abgelaufen.
Die Antwort ist nein, denn in einem kühlen Betonbau kann sich niemand identifizieren. Dazu kommt, dass man am Tivoli Areal prinzipiell nur in den 90 Spielminuten erwünscht ist. Die Pforten öffnen zu spät und schließen gleich nach Spielende. Unter der Woche sind weder Fans, noch Touristen, noch andere Sportinteressierte am Tivoli erwünscht.
Durch die fehlenden Gelegenheiten wird man als Zuschauer beinahe uninteressant, abgesehen vom Bezahlen der Eintrittskarte. Von diesem Kartenpreis finanziert man 50% in die Wirtschaft und 28% in die öffentliche Hand, aber keinen einzigen Euro in den Verein. [siehe hier]
Dabei wäre es so einfach einen (nicht nur sportlich) attraktiven und geselligen Nachmittag im Tivolistadion zu verbringen.
Es bedürfe nur der (ehrlichen!) Zusammenarbeit von Verein und Politik. Zweifellos ist der Verein daran interessiert. Und die Politik? Naja warum sollte sie?
Immerhin bekommt sie durch den Subventionswahnsinn das, was sie will. Nachvollziehbar also das Desinteresse und der fehlende Wille, den FC Wacker mit ihren Möglichkeiten darin zu bestärken, ein erstklassiger und wirtschaftlich gesunder Verein zu werden.
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